
Void Cruiser – Call of the Void (2022, Argonauta Records) (Review)

Void Cruiser bleiben auf Call of the Void ziemlich konsequent in ihrem eigenen Kosmos hängen. Das ist dieser Mix aus Alternative Rock, Doom-Schwere und klaren Neunziger-Anleihen, der zwar sofort wiedererkennbar ist, aber eben auch keine großen Überraschungen bereithält.Die Gitarren tragen das Ganze fast komplett. Statt klassischer Riffs gibt es eher breite, leicht verschwommene Flächen, die sich übereinanderlegen und langsam verdichten. Vieles wiederholt sich, wird minimal verschoben, aber selten wirklich aufgebrochen. Das wirkt geschlossen, teilweise fast hypnotisch – kann aber auf Dauer auch ein bisschen eintönig werden.
Das Schlagzeug bleibt ziemlich auf Sicherheit gespielt. Gerade Grooves, kaum Akzente, keine großen Ausbrüche. Der Bass läuft einfach mit und sorgt für die nötige Tiefe, ohne jemals wirklich hervorzutreten. Insgesamt entsteht dadurch ein sehr kompakter, aber auch recht gleichförmiger Sound.
Die Vocals sind durchgehend clean und eher zurückhaltend gehalten. Keine großen Emotionsexplosionen, eher so eine nüchterne, leicht distanzierte Vortragsweise. Das passt zur Grundstimmung der Platte, sorgt aber auch dafür, dass sich vieles auf einem ähnlichen Level bewegt und wenig echte Reibung entsteht.
Und genau da liegt auch das Problem des Albums: Es bleibt sehr stark in seiner eigenen Linie, ohne wirklich nach außen auszubrechen. Als Gesamtwerk funktioniert das gut, weil der Fluss stimmt und alles ineinandergreift. Einzelne Songs bleiben dadurch aber schwer greifbar.
Immer dann, wenn die Band ein bisschen mehr riskiert – etwas mehr Druck in den Gitarren, offenere Passagen oder mehr Dynamik – merkt man sofort, dass da eigentlich mehr möglich gewesen wäre. Diese Momente sind da, aber sie bleiben eher die Ausnahme.
Produktionstechnisch ist das alles sauber und ausgewogen, ohne überproduziert zu wirken. Nichts sticht unangenehm hervor, aber eben auch nichts wirklich nach vorne.
Am Ende ist Call of the Void ein solides, stimmiges Album, das genau weiß, was es sein will. Wer genau diesen getragenen, leicht melancholischen Sound mag, wird hier gut abgeholt. Wer mehr Kanten, mehr Überraschung oder klarere Höhepunkte erwartet, dürfte es eher als etwas zu gleichförmig empfinden.
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