
13 Jahre Wet Cactus: Motivation, harte Arbeit und der nasse Kaktus
Wet Cactus sind seit über einem Jahrzehnt unterwegs und haben sich ihren ganz eigenen Desert-Rock-Sound fernab der klassischen Szenen erarbeitet. Wir haben mit der Band über Magma Tres, ihre Entwicklung und die Motivation hinter 13 Jahren gemeinsamer Musik gesprochen.
Hallo zusammen! Könnt ihr Wet Cactus neuen Hörern kurz vorstellen – Besetzung, wie die Band entstanden ist und wofür euer Sound steht?
Wet Cactus sind Óscar (Gitarre), Ernesto (Gitarre), Dani (Bass und Gesang) und Jaime (Schlagzeug). Bevor wir die Band gegründet haben, hat jeder von uns schon Musik gemacht – alle in unterschiedlichen Projekten. Wir hatten gemeinsame Freunde, kannten uns vom Los-Locos-Strand in Suances und sind auch öfter zusammen feiern gegangen. Irgendwann hatten wir einfach Bock, eine eigene Band mit eigenen Songs zu starten – und so ist Wet Cactus entstanden. Damals haben wir gerade Kyuss und Fu Manchu für uns entdeckt, die uns in der Anfangszeit am meisten geprägt haben.
Wie ist die Geschichte hinter dem Bandnamen entstanden?
Der Name ist bei einer Brainstorming-Runde entstanden. Wir haben einfach verschiedene Ideen gesammelt und uns am Ende dafür entschieden, weil wir das Konzept ziemlich witzig fanden. Wir standen total auf Desert Rock, und wenn es hier in Kantabrien einen Kaktus gäbe, wäre der wahrscheinlich ständig nass – hier regnet es ja gefühlt die ganze Zeit.
„Magma Tres“ ist 2023 erschienen – wie steht ihr heute dazu?
Insgesamt sind wir zufrieden, auch wenn wir natürlich denken, dass da noch Luft nach oben ist. Mit jedem Album versuchen wir, uns weiterzuentwickeln und die Dinge zu verbessern, die uns vorher noch nicht ganz gefallen haben. Man hört auf jeden Fall eine Entwicklung vom ersten Album bis zu diesem hier. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, kann man schwer sagen – aber für uns fühlt es sich so an, als würden wir unser ursprüngliches Konzept weiter ausbauen und den Songs mehr Charakter geben.
Welche Hauptinspirationen gab es diesmal?
Ehrlich gesagt keine konkreten. Es ging einfach darum, weiter Songs zu schreiben und ein Album zu machen, auf das wir wirklich stolz sein können. Wenn wir Songs schreiben, nehmen wir einfach unsere Instrumente in die Hand und schauen, wohin es uns treibt.
Wie war das Feedback bisher?
Insgesamt sehr positiv. Die Reviews waren gut, und live haben wir das Gefühl, dass die Leute die Songs wirklich feiern.
Ihr seid jetzt schon 13 Jahre zusammen – was hält euch motiviert?
Ja, es ist echt eine lange Zeit! Unsere Motivation kommt vor allem aus der Arbeit im Proberaum. Wir haben das Gefühl, dass noch viel Potenzial da ist. Und wenn wir dann auf Tour gehen, merken wir, dass sich die ganze Arbeit und Hingabe absolut lohnen.
Wie schwer ist es, in Kantabrien eine stabile Besetzung zu halten? Können Bands dort von der Musik leben?
Das ist ziemlich schwierig. Wir haben Glück, dass unsere Jobs es uns ermöglichen, genug Zeit zum Proben und Touren zu finden. Aber Geld verdienen wir damit aktuell nicht. Alles, was reinkommt, fließt direkt zurück in die Band. In den letzten Jahren haben wir praktisch alles, was wir verdient haben, in Touren gesteckt. Allein die Europa- und UK-Touren 2025 haben uns eine Menge Geld gekostet.
Welchen Song von „Magma Tres“ würdet ihr jemandem als Erstes vorspielen, der euch noch nicht kennt?
Ich würde „Barren Landscapes“ nehmen, den Opener. Wenn man ein Album zum ersten Mal hört, sollte man es sowieso von vorne bis hinten durchhören.
Gibt es schon Pläne für neues Material, Videos oder Konzerte?
Im Moment sitzen wir im Proberaum und arbeiten an unserem nächsten Album. Wir hoffen, im Mai bei unserem Toningenieur Mario im La Coneja Studio hier in Kantabrien mit den Aufnahmen zu starten. Außerdem freuen wir uns riesig darauf, die neuen Songs im November auf unserer Europatour zu spielen, die wir gerade zusammen mit Óscar von Hell In The Darkness planen.
Ein Tipp für Leute, die heute eine Band gründen wollen?
Alles fängt im Proberaum an. Man braucht die richtige Einstellung – und damit meine ich nicht, auf der Bühne rumzuhampeln oder irgendwelche Rockstar-Posen draufzuhaben.
Wo habt ihr eure eigene Musik schon am seltsamsten gehört oder gespielt?
Zum Beispiel beim letzten Gig unserer Europatour im vergangenen Jahr. Das war in einem winzigen Venue in Frankreich. Die Bar war im Grunde nur ein etwa einen Meter breiter Flur, und wir haben ganz hinten in einer Art Raum gespielt, wo wir die Amps fast übereinander stapeln mussten. Ich erinnere mich noch, dass Ernesto direkt vor einer Wand stand und man ihn kaum sehen konnte.
Abschließende Worte an die deutschen Leser und Supporter?
Wir lieben Deutschland! Jedes Mal, wenn wir dort gespielt haben, wurden wir super behandelt und hatten eine großartige Zeit. Deshalb kommen wir im November wieder, um unser neues Album live vorzustellen. Es ist uns immer eine große Freude, bei euch zu spielen. Vielen Dank für euren Support!
https://www.instagram.com/wetcactusband

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