Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Truckfighters – Masterflow (2026, Fuzzorama Records) (Review)

Truckfighters aus Schweden sind zurück – mit Masterflow, ihrem ersten Album seit zehn Jahren, frisch auf Fuzzorama Records erschienen. Ich habe mir die Platte direkt nach Release mehrfach hintereinander angehört, einfach um zu prüfen, ob nach der langen Pause noch genug Druck da ist. Und ja, der ist da. Stoner Rock, Desert Rock, jede Menge Fuzz und ein Groove, der sofort greift. Im Grunde genau das, was man erwartet – nur etwas roher, direkter und insgesamt ein Stück reifer als früher.

„Old Big Eye“ legt ohne Umschweife los: tiefergestimmte Riffs, sofort volle Wucht, kein Intro-Gefummel. „The Bliss“ groovt sich direkt fest – die Nummer war ja schon vorher als Single draußen. „Carver“ gehört mit seinen sechs Minuten zu den stärkeren Stücken: ein markanter Basslauf am Anfang, danach baut sich der Song Schritt für Schritt auf, pendelt zwischen Fuzz-Gewitter und melodischeren Passagen und bleibt dabei ständig in Bewegung.

„Truce“ startet überraschend zurückgenommen, fast schon balladesk, bevor der Song langsam anzieht und schließlich in schwerere Gefilde kippt. Der Titeltrack „Masterflow“ ist eher kurz gehalten und wirkt wie eine kleine Verschnaufpause in der Mitte des Albums.

„The Gorgon“ zieht danach wieder ordentlich an, während „Gath“ eine bluesige, leicht staubige Note mitbringt und stellenweise an Witchcraft erinnert, dabei aber klar im eigenen Sound bleibt. „Bad Horse“ zieht mit seinem dichten Groove tief rein, und „Goin’ Home“ beendet das Album ruhig und stimmig – wie das Ausrollen nach einer langen Fahrt.

Unterm Strich lebt Masterflow vor allem von seiner Dynamik: schwere Riffs treffen auf offene, psychedelische Passagen, ohne dass der Fluss verloren geht. Die Produktion ist bewusst roh gehalten, direkt und ohne großen Schnickschnack, was dem Material gut steht. Nichts wirkt überladen, alles hat Luft zum Atmen.

Insgesamt wirkt das Album sehr geschlossen und ehrlich. Keine große Pose, kein übertriebener Anspruch – eher eine Band, die einfach macht, worauf sie Lust hat. Kein kompletter Neuanfang, aber eine konsequente Weiterentwicklung. Der alte Spirit ist noch da, das Songwriting wirkt allerdings fokussierter.

Nicht jeder Song zündet sofort, aber das ist auch okay so – die Platte wächst mit der Zeit.

https://www.instagram.com/truckfighters/

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