
Interview mit Occult Hand Order
Occult Hand Order melden sich zurück! Die Stoner-Doom-Band aus Lyon steht kurz vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums Meaningless Monuments und einer anstehenden Tour. Wir haben Hugo, Tony und Nico getroffen, um über ihre musikalische Entwicklung, kreative Prozesse und die Herausforderungen der Underground-Szene zu sprechen – und ein paar amüsante Anekdoten gab es obendrauf.
Hey Occult Hand Order, wie läuft’s bei euch zurzeit?
Hugo: Hey! Ziemlich viel los, ehrlich gesagt. Wir sind gerade bei den letzten Feinheiten für unsere anstehende Tour und die Album-Veröffentlichung. Es ist wirklich aufregend, aber auch ziemlich kräftezehrend.
Tony: Hey! Wir können es kaum erwarten, endlich wieder auf die Straße zu gehen und euch alle zu treffen.
Für Leser, die euch gerade erst entdecken: Gebt uns den Elevator Pitch – wie seid ihr entstanden, wer sind die aktuellen Mitglieder und was macht euren Sound besonders?
Hugo: Wir hatten vorher schon eine Band mit Tony am Schlagzeug. 2018 haben wir Nico kennengelernt und weitergeschrieben. Da sich unser Stil stark verändert hat, war von vorne anzufangen die einzig logische Entscheidung. Vor kurzem haben wir unser neues Album mit Clem von Wormsand aufgenommen. Er hat zugestimmt, auch live bei uns einzusteigen – und wir sind echt froh, dass er jetzt bei uns in der Band ist.
Euer neues Album „Meaningless Monuments“ erscheint bald. Wie fühlt es sich im Vergleich zu eurer Occult Hand Order-EP an?
Hugo: Seit unserer ersten Veröffentlichung 2019 ist so viel passiert. Ich habe das Gefühl, dass dieses Album bisher am besten widerspiegelt, wer wir als Musiker wirklich sind. Wir können es kaum erwarten, es endlich mit allen zu teilen.
Wovon lassen sich die Texte hauptsächlich inspirieren – persönliche Erlebnisse, Bücher, Weltgeschehen oder eher etwas Dunkleres?
Hugo: Das ist ganz unterschiedlich. Ich denke beim Komponieren eigentlich gar nicht über die Texte nach – sie kommen sehr natürlich zu mir. Dieses Album handelt von vielen Dingen, die wir als Band, aber auch als Menschen durchgemacht haben. Ich nutze gerne Endzeit-Themen, um darüber zu sprechen.
Wie oft probt ihr und hat sich der Songwriting-Prozess über die Jahre stark verändert?
Hugo: Bei diesem Album lief alles sehr natürlich. Die Songs sind wirklich von uns allen gemeinsam entstanden, und Clem hat im Studio noch einiges an Magie hinzugefügt. Wir haben versucht, noch einen Schritt weiter zu gehen als bei „Silence By The Raging Sea“. Wie gesagt: Unsere Musik war noch nie so sehr „wir“ wie jetzt.
Wie ist eure ehrliche Einschätzung der Stoner-Doom-Szene in Lyon momentan – lebt sie und ist gesund, oder atmet sie nur noch schwach?
Hugo: Es gibt viele coole Bands in der Stadt, auch wenn es für die Underground-Szene immer schwieriger wird, live zu spielen. Aber wir halten durch! Auch in ganz Frankreich gibt es unglaublich viele starke Bands. Als Community versuchen wir, uns gegenseitig zu unterstützen.
Hattet ihr schon mal einen richtig albtraumhaften Gig, über den ihr heute noch lachen könnt?
Hugo: Wir haben mal last minute in einer geschlossenen Bar in Budapest gespielt. Es waren nur die Besitzer da, die waren extrem high, und es gab praktisch kein Publikum. Damals war es ziemlich gruselig, heute lachen wir darüber.
Tony: Einmal hat mir ein Typ ein Bier gegeben, damit ich weiterspiele, weil er zu spät gekommen war. Ich habe zugestimmt – und wir haben danach doppelt so langsam gespielt.
Mit welchem Musiker (aus dem Heavy- oder Pop-Bereich) würdet ihr gerne mal auf einem zukünftigen Track zusammenarbeiten? Wer wäre der absolute Traum?
Hugo: Na ja… Clem von Wormsand ist ja jetzt schon in unserer Band!
Aber im Ernst: Ich glaube, wir könnten uns alle auf Mike Sullivan von Russian Circles einigen. Auf persönlicher Ebene bin ich ein riesiger Fan von Emma Ruth Rundle – mit ihr wäre es ein Traum.
Tony: Wir sind große Fans von REZN. Vielleicht könnten wir mal Saxophon auf einem Song haben?
Nico: Dave Grohl. Ohne Zweifel.

Wie geht ihr heutzutage vor, um eure Musik vor mehr Menschen zu bringen?
Hugo: Wir versuchen, möglichst starke Visuals zu bieten. Wir arbeiten schon immer mit tollen Künstlern zusammen – Mobsidian für unsere Albumcover und zuletzt Johrice für das Tourposter. Für unser letztes Video haben wir mit Maureen Piercy zusammengearbeitet, die eine absolut großartige Videokünstlerin ist. Ich denke, schöne Bilder helfen wirklich. Das Verständnis der Algorithmen ist allerdings manchmal ziemlich frustrierend…
Welche Pläne habt ihr als Nächstes – Tour, neue Single, Merch-Drop, Video?
Hugo: Zum Zeitpunkt dieses Interviews sind bereits zwei Singles draußen.
„Meaningless Monuments“ erscheint am 17. April, und am selben Tag startet auch unsere Tour, die bis zum 2. Mai läuft. Dazu kommen noch ein paar Festivals im Sommer. Es wird sehr voll, aber wir lieben es!
Wenn euer Gesamtsound eine Farbpalette wäre – welche Farben schreien „Occult Hand Order“ und warum?
Hugo: Ich würde sagen verschiedene Schattierungen von Rot, wie die Morgendämmerung.
Tony: Ich bin bei Hugo. Vielleicht noch etwas Gelb für den wüstenartigen Aspekt.
Vielen Dank! Habt ihr noch eine Nachricht an die Iron Backstage-Leute und eure Unterstützer aus Deutschland?
Hugo: Guten Tag! Wir spielen am 24. April in Köln – das ist unser einziges Konzert in Deutschland auf dieser Tour. Kommt vorbei!
Tony: Lasst uns auf dem Gig treffen!
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