Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

FANGUS – Emerald Dream (2026, From The Urn Records) (Review)

FANGUS aus Montréal haben mit Emerald Dream ihr Debütalbum vorgelegt – und das ist ein richtig fettes, authentisches 70er-Heavy-Rock-Brett. Die Band – mit Chub an Synths und Orgel sowie Backing Vocals, Jim Laflamme am Gesang und Tamburin und den übrigen Mitgliedern an Gitarre, Bass und Schlagzeug – verzichtet auf unnötigen Schnickschnack und konzentriert sich ganz auf ihren Sound. Der wirkt, als käme er direkt aus den frühen Siebzigern: ein Mix aus Psychedelic, Acid Rock, Doom, Proto-Metal, Occult- und Blues-Rock, überzeichnet, dramatisch und melodisch, ohne dabei ins Lächerliche abzurutschen.

Die Riffs sind fett und fuzzig, die Orgel ist omnipräsent und prägt den Sound maßgeblich, während die Vocals mit ihrem leicht übersteuerten, durchdringenden Charakter eine angenehme Schärfe hinzufügen. Dabei bleibt Emerald Dream mehr als eine bloße Hommage – die Band bringt genug Eigenständigkeit mit, um sich von reinen Retro-Kopien abzuheben. Einige Songs gehen sofort ins Ohr und überzeugen mit starkem Groove, andere entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Durchläufen.

Die Produktion ist warm, analog und angenehm rau – authentisch, ohne ins Lo-Fi abzudriften. Die Stücke haben Luft zum Atmen, entwickeln Dynamik und wirken insgesamt geschlossen und stimmig. Auf rund 35 Minuten Spielzeit gibt es dabei keine nennenswerten Längen.

Für ein Debüt ist das eine bemerkenswert reife Leistung. Wer auf Uriah Heep, Deep Purple, Atomic Rooster oder frühe Vertreter des Stoner- und Heavy-Rock steht, wird hier reichlich Anknüpfungspunkte finden. Emerald Dream erfindet das Rad nicht neu und wird keine Preise für Originalität gewinnen, erfüllt seinen Zweck aber mit Nachdruck: energiegeladener Retro-Rock, der Spaß macht und im Ohr bleibt. Die Orgel setzt die markantesten Akzente, die Riffs liefern ordentlich Proto-Metal-Wucht, und die psychedelischen Passagen sorgen für die nötige Balance.

Ein Album, zu dem man immer wieder zurückkehrt, wenn man Lust auf groovenden, schweren Rock hat, der trotzdem nicht zu simpel wirkt. Kein Meisterwerk, aber ein starkes Debüt, das mit jedem Durchlauf wächst.

https://www.instagram.com/fangusrock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert