Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Stonus – Space to Dive (Review)

Manchmal braucht es ein paar Sätze mehr, um reinzukommen. Bei Stonus ist das nicht anders. Space to Dive wirkt jedenfalls nicht wie etwas, das in ein paar Proben schnell zusammengeschoben wurde. Eher das Gegenteil.

Der Anfang bleibt erstmal offen. Gitarren hängen im Raum, ziehen sich, ohne irgendwohin zu drängen. Man wartet. Nicht lange, aber lang genug, dass es auffällt. Dann sortiert sich das Ganze langsam.

Die Stücke gehen ihren Weg ohne Hast. Viel passiert nicht auf den ersten Blick. Bass läuft ruhig darunter, Schlagzeug setzt eher sparsam ein. Es gibt keine Stelle, die unbedingt heraus will. Wenn es dichter wird, merkt man es erst im Nachhinein.

Interessant wird es, wenn man weiß, worum es der Band eigentlich geht. Dieses ganze Nach-innen-Schauen, das sie selbst beschrieben haben, ist nicht nur ein Gedanke im Hintergrund. Das zieht sich durch. Bei „Berlin“ hat man dieses Gefühl von feststecken, ohne klare Richtung. „Follow Me“ wirkt eher wie ein Versuch, sich irgendwo festzuhalten. Und „Colours“ bekommt eine andere Schwere, wenn man die Herkunft und die Erfahrungen dahinter mitdenkt.

Trotzdem bleibt alles ziemlich ruhig. Keine plötzlichen Ausbrüche, keine großen Gesten. Die Band bleibt bei dem, was sie angefangen hat. Zieht das durch.

Auch die Aufnahmen passen ins Bild. Griechenland, Studio, zwischendurch Balkon, Wein, solche Sachen. Klingt unspektakulär, aber genau daraus entstehen oft die besseren Ideen.

Der Gesang fällt nicht groß aus dem Rahmen. Er ist da, fügt sich ein, mehr Teil des Ganzen als Mittelpunkt. Passt so.

Space to Dive funktioniert nicht sofort. Muss es auch nicht. Wenn man dranbleibt, merkt man irgendwann, dass sich da mehr bewegt, als es am Anfang scheint.

https://www.instagram.com/stonus.band

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