Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Weedpecker – V (Review)

Mit V zeigen Weedpecker erneut, wohin ihr Sound sich entwickelt hat, diesmal ruhiger, konzentrierter und voller Atmosphäre. Die polnische Band hat sich in den letzten Jahren vom eher grobschlächtigen Stoner-Rock zu vielschichtigen Klanglandschaften entwickelt. Dieses Album baut darauf auf, man muss sich ihm aber Zeit lassen.

Intro beginnt fast wie ein leiser Windhauch: kein klassischer Song, eher ein Geräusch, das den Raum öffnet. Die Gitarren summen leicht, der Bass ist im Hintergrund zu hören, die Drums setzen nur ab und zu ein. Man wartet fast, bis sich etwas entwickelt, und genau das hält die Spannung.

Fading Whispers greift diese Stimmung auf. Die Gitarren legen sich in Schichten übereinander, der Bass summt, die Drums begleiten dezent. Die Melodien schwanken zwischen ruhiger Psychedelik und leichter Melancholie. Kleine Nebengeräusche oder Nachhall geben dem Stück Tiefe. Je länger man zuhört, desto mehr entfaltet sich der Song.

Ash bringt Bewegung ins Spiel. Die Gitarre zieht die Melodie langsam, die Drums setzen punktuell Akzente. Piotr Dobrys Stimme kommt mal kurz, verschwindet wieder. Alles wirkt locker zusammengefügt, man könnte dem Song stundenlang zuhören.

In the Dark We Shine wirkt dunkler, warm, leicht melancholisch. Die Instrumente legen sich übereinander und erzeugen eine eigene Stimmung, die nicht immer perfekt harmoniert, aber gerade das macht sie greifbar. Es entsteht der Eindruck, dass die Band Geschichten erzählt, ohne Worte zu benutzen.

Mirrors ist zurückhaltender. Kein sofortiger Ohrwurm, kein Schlag ins Gesicht. Stattdessen entwickelt sich der Song langsam, ein Echo der Melodien bleibt im Kopf hängen. Die Band lässt Noten ausklingen, Pausen wirken wie kleine Atemzüge.

The Last Summer of Youth rundet das Album ab. Der Titel passt perfekt: Nostalgie und ein Hauch von Wehmut liegen in der Luft. Die Instrumente schichten sich zu einem warmen Abschluss, der das Album abrundet, ohne alles aufzulösen. Es ist ein Moment zum Nachdenken, ein leiser Rückblick.

Bei der Produktion hat die Band auf einen natürlichen Sound geachtet. Nichts ist poliert, kein Instrument drängt sich in den Vordergrund. Gitarren kratzen leicht, Bass summt satt, Drums kommen präzise. Alles wirkt wie von selbst zusammengefügt, locker, aber genau.

Im Vergleich zu früheren Alben nehmen Weedpecker sich mehr Zeit für Atmosphäre und Details. V ist kein schneller Stoner-Rocker, kein Album voller Breakdowns. Es entfaltet sich langsam und belohnt, wer genau hinhört.

https://www.instagram.com/weedpecker420

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