Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

MONSTERNAUT – Approaching Doom (Review)

MONSTERNAUT aus Finnland haben mit Approaching Doom ihr zweites Album veröffentlicht – und das ist ein richtig fieses, gnadenloses Brett. Nach Enter the Storm (2018) haben sie ihre fuzzigen Stoner-Rock-Wurzeln etwas zurückgefahren und gehen jetzt direkter, düsterer und härter in Richtung frühen 90er-Jahre-Metal. Tuomas Heiskanen (Gitarre und Gesang), Perttu Härkönen (Bass) und Patrik Kuitunen (Drums) machen hier keine Gefangenen – das Album ist kompakt, druckvoll und hat diesen rohen, ungeschliffenen Charakter, der wirkt, als wäre alles in einem kleinen Kellerstudio ohne großen Schnickschnack aufgenommen worden.

Die Songs sind kurz und kommen schnell auf den Punkt – meist zwischen drei und vier Minuten – und die Riffs sind fett, groovend und aggressiv. „Cold“ eröffnet das Album mit Tempo-Wechseln und einem kantigen Riff, das sofort zupackt. „Evicted“ und der Titeltrack „Approaching Doom“ halten den Druck konstant hoch, „Drain“ überzeugt mit lässigem Groove und wilden Ausbrüchen, und „Black Blizzard“ ist das absolute Highlight der ersten Hälfte – ein echter Nackenbrecher.

Die zweite Hälfte mit „New Order Of Bliss“, „Humana Stew“, „Demon Strikes“, „Heavy Monday“ und „Final Pain“ geht stellenweise in Richtung klassischen Doom Metal, mit spontanen Ausbrüchen und diesem unerbittlichen, fuzz-getriebenen Sound, der nie nachlässt.

Das Album ist durchgehend intensiv – von der ersten Sekunde bis zum Schluss gibt es keine Verschnaufpause. Die Produktion ist roh und direkt, näher am rauen Klang der frühen 90er als an moderner Hochglanz-Ästhetik. Auch textlich und atmosphärisch wird es dunkler, mit spürbarer Spannung unter der Oberfläche. Das Ganze wirkt unterschwellig bedrohlich, selbstbewusst und manchmal brutal direkt – genau das, was man von einer finnischen Heavy-Rock-Band erwartet, die weiß, was sie tut.

Es ist vielleicht nicht das innovativste Album überhaupt und wird keine Preise für Originalität gewinnen – aber das ist hier auch gar nicht der Punkt. Dieses Album macht genau das, was es soll: laut, druckvoll, direkt und heavy bis zum letzten Ton. Es ist ihr bisher vielseitigstes und stärkstes Werk und steckt voller Momente, die sich festsetzen.

Ich habe das Album bereits im Vorfeld mehrfach gehört, und es bleibt hängen – mal wegen der Riffs, mal wegen des Grooves, mal einfach wegen seiner kompromisslosen Härte. Wenn du auf frühen Corrosion Of Conformity, Megadeth, High On Fire oder Rifflord stehst, wirst du hier voll auf deine Kosten kommen.

https://www.instagram.com/monsternautband

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