
Witchcraft – Idag (Review)

Das neue Witchcraft-Album ist ein echter Hammer. Nach all den Jahren und dem Wechsel zu Heavy Psych Sounds klingt Idag so, als hätten Magnus Pelander und seine Mitstreiter einfach alles rausgelassen, was sie seit der Reunion 2012 in sich getragen haben – nur eben ohne den Druck von Nuclear Blast und ohne übermäßige Politur. Es ist rau, fuzzig, schwer und ehrlich – das bislang schwerste Werk der Band und gleichzeitig voller jener melancholischen, fast folkigen Momente, die Witchcraft schon immer ausgezeichnet haben.
Der Opener „Idag“ ist acht Minuten pure Wucht – Sabbathian Doom, fette Riffs, Magnus’ Stimme singt auf Schwedisch (das erste Mal seit Langem wieder konsequent), und es fühlt sich an wie ein Statement: „Wir sind zurück, und wir sind noch schwerer als früher.“ Dann „Irreligious Flamboyant Flame“ – strutty, fast groovy, mit diesem klassischen 70er-Prog-Rock-Vibe, den viele Fans vermisst haben. „Drömmen Om Död Och“ ist so ein Track, der einen in den Abgrund zieht – langsam, hypnotisch, mit diesem melancholischen Gesang, der unter die Haut geht.
Die Akustik-Interludes (z. B. „Spirit“ oder die folkigen Parts) sind genial platziert – sie schaffen Luft, ohne dass das Album an Drive verliert. Die Produktion ist perfekt: fuzzig, aber klar, der Bass dröhnt, die Drums krachen, die Gitarren schneiden. Kein Glanz, kein Fake – einfach Doom, der atmet.
Es ist kein Album für jeden Tag. Manche sagen, es sei zu düster oder zu wenig „catchy“ im Vergleich zu Nucleus oder The Alchemist. Aber für mich ist genau das die Stärke: Es ist ehrlich, persönlich und es zerstört und heilt zugleich, wie Magnus selbst gesagt hat. Wenn du die alten Witchcraft-Alben mochtest und mal wieder etwas brauchst, das richtig tief geht – das hier ist es.
Ich lege es immer wieder auf, und es trifft mich jedes Mal anders – mal mehr Doom, mal mehr Prog, mal mehr Gefühl.
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