
Rocky’s Pride & Joy über ihr neues Album: Zwischen Doom, Sludge und innerer Finsternis
Rocky’s Pride & Joy aus Adelaide sprechen im Interview über ihr neues Album, ihren Sound zwischen Doom und Sludge und die persönliche Inspiration hinter den Songs. Außerdem gibt es Einblicke in den Entstehungsprozess und kommende Shows.
Hey Rocky’s Pride & Joy, wie läuft’s bei euch gerade?
Hi Karl! Brenton hier. Bei uns läuft’s aktuell richtig gut – wir sind nur noch zwei Songs davon entfernt, das neue Album fertigzustellen, und bereiten uns gerade auf unseren bislang größten Gig beim Froth and Fury Festival in Adelaide vor.
Für alle, die euch gerade erst entdecken: Gebt uns doch einen kurzen Elevator-Pitch. Wie habt ihr euch gegründet, wer ist aktuell dabei und was macht euren Sound aus?
Wir haben Ende 2020 als Trio angefangen: ich (Brenton) an Gitarre und Gesang, Dom am Bass und Jessi am Schlagzeug. 2023 ist dann unser Debütalbum All The Colours Of Darkness erschienen, veröffentlicht über Electric Valley Records. Darauf hört man ganz klar unsere Liebe zu Doom und Sludge – alles gefiltert durch eine okkulte, satanistische Linse. Die Songs sind langsam, dreckig und böse, aber gleichzeitig voll von fiesen, psychedelischen Acid-Trip-Vibes.
Mittlerweile sind wir zu viert: 2026 ist Fraser als Lead-Gitarrist dazugestoßen, und aktuell arbeiten wir an unserem neuen Album. Unser Sound ist jetzt eine Mischung aus klassischem Doom, Death Rock und Sludge – irgendwo zwischen Crowbar und Candlemass.
Das neue Album soll noch dieses Jahr erscheinen. Wie fühlt sich das im Vergleich zu euren ersten Veröffentlichungen an – und kannst du schon ein paar Details verraten?
Das neue Album wird sieben Songs enthalten und ist deutlich introspektiver und selbstreflektierender als alles, was wir bisher gemacht haben. Es gibt eine lose Konzeptidee: Es geht um psychische Gesundheit und darum, sich dem inneren Dunkel zu stellen, das in jedem von uns steckt. Die Musik spiegelt das wider – die schwersten Riffs, die fiesesten Grooves und die heftigsten Soli, die wir je geschrieben haben.
Wovon lasst ihr euch bei den Texten hauptsächlich inspirieren – persönliche Erlebnisse, Bücher, Weltgeschehen oder eher düstere Themen?
Diesmal sind die Texte ganz klar persönlicher. Früher haben wir viel mit fiktiven Geschichten gearbeitet – Dämonen, Satan, Weltuntergang und so weiter. Bei den neuen Songs geht es darum, die eigene innere Finsternis zu erforschen und Licht in die dunklen Ecken meines Kopfes zu bringen.
Wie oft probt ihr zusammen, und hat sich euer Songwriting-Prozess über die Jahre verändert?
Wir proben einmal pro Woche. Der Songwriting-Prozess beginnt meist mit ein paar Riffs, aus denen Jessi und ich zunächst eine grobe Struktur bauen. Danach arbeiten wir als Band so lange daran, bis alles sitzt und die Riffs wirklich tight sind. Im Grunde war das beim Debüt ähnlich. Der große Unterschied diesmal: Die Texte habe ich komplett allein geschrieben – beim ersten Album waren Jessi und Dom noch am Schreibprozess beteiligt.
Was ist deine ehrliche Meinung zur Metalszene in Melbourne – boomt sie oder steckt sie eher fest?
Wir leben in Adelaide, deshalb kann ich zur Szene in Melbourne nicht allzu viel sagen. Es gibt aber einige Bands aus Melbourne, die wir extrem feiern – Mammon’s Throne, Isua und Ghostsmoker gehören für mich zu den stärksten Acts überhaupt.
In Adelaide selbst läuft die Heavy-Szene ebenfalls gut, sie ist allerdings deutlich metalllastiger. Wirkliche Doom-, Stoner- oder Sludge-Bands gibt es hier nur eine Handvoll, zum Beispiel Kitchen Witch, Dirty Pagans, Bong Coffin oder Sundowner.
Gab es mal einen richtig beschissenen Gig-Moment, über den ihr heute lachen könnt – oder euch fremdschämt?
So richtig peinliche Abstürze auf der Bühne hatten wir zum Glück nie. Aber wir wurden schon ein paar Mal für Shows gebucht, bei denen wir überhaupt nicht ins Line-up gepasst haben. Man konnte den Leuten im Publikum förmlich ansehen, wie genervt sie waren – auf eine schräge Art war das dann doch ziemlich lustig.

Wenn ihr irgendwann mit einem Musiker – egal ob Metal oder nicht – einen Song aufnehmen könntet: Wer wäre euer absoluter Traum-Kollaborateur?
Für mich ganz klar Kirk Windstein von Crowbar und Chelsea Wolfe. Beides absolute Ausnahmekünstler, die mich persönlich und die Band enorm geprägt haben.
Wie geht ihr heutzutage vor, um eure Musik unter mehr Leute zu bringen?
Es ist brutal schwer geworden, sich durch das ganze Algorithmus-Chaos durchzukämpfen. Wir versuchen einfach, so viele Kanäle wie möglich zu bespielen und die Musik überall präsent zu halten.
Was steht als Nächstes an – Tour, neues Merch, ein Video?
Als Erstes erscheint am Freitag, den 23. Januar, unsere neue Single Pull On My Chains. Sie ist der erste Vorgeschmack auf das kommende Album und zeigt ziemlich deutlich, wohin die Reise geht. Kurz danach folgt ein Visualizer auf YouTube.
Außerdem spielen wir am 31. Januar beim Froth and Fury Festival in Adelaide – zusammen mit Soulfly, Polaris, Nailbomb, In Hearts Wake und vielen weiteren Bands.
Wenn man euren Sound in eine Farbpalette übersetzen müsste – welche Farben stehen für Rocky’s Pride & Joy, und warum?
Tiefe Purpur- und Rottöne, viel Schwarz und dazu feurige Akzente in Orange und Gelb. Warme, dunkle und intensive Farben – das passt einfach perfekt zu uns.
Vielen Dank für das Interview. Hast du noch eine Botschaft an die deutschen Fans und Unterstützer?
An unsere deutschen Supporter: Danke, dass ihr uns hört! Jessi und ich waren Ende 2019 und Anfang 2020 eine Weile in Deutschland unterwegs – Berlin, Hannover, München – und haben es absolut geliebt. Wir würden unglaublich gern einmal in Deutschland touren und hoffen, dass das nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.
Danke, Karl!
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