Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

SVINDEL – Drömfeber (2026, Ripple Music) (Review)

Svindel kommen aus Schweden und liefern mit Drömfeber ein Debüt ab, das einen ziemlich schnell packt. Psychedelic Rock ist natürlich die Basis, aber die Band macht nicht den Fehler, einfach die üblichen Siebzigerjahre-Klischees nachzuspielen. Das wäre zu einfach. Stattdessen entstehen Songs, die ihren eigenen Weg gehen und sich angenehm Zeit lassen.

Die Band hat das Album an einem Wochenende live in Stockholm eingespielt, und genau das hört man der Platte an. Nichts wirkt überproduziert oder geschniegelt. Alles klingt so, als wären die Stücke einfach im richtigen Moment entstanden. Das macht Drömfeber sympathisch, denn gerade diese kleinen Ecken und Kanten sorgen dafür, dass die Musik lebendig bleibt.

Mal zieht der Bass das Tempo an, dann übernehmen Gitarre und Schlagzeug wieder das Kommando. Ein paar Minuten später wird alles deutlich ruhiger, fast schon verträumt. Blues und Jazz tauchen immer wieder auf, aber eher nebenbei. Svindel machen daraus kein großes Thema und genau das gefällt.

Der Titelsong „Drömfeber“ passt ziemlich gut zur Stimmung der ganzen Platte. Es geht um Sehnsucht, um Träume und auch darum, wie schmal der Grat zwischen Begeisterung und Besessenheit manchmal sein kann. Das wirkt nie aufgesetzt und schon gar nicht kitschig.

Klar hört man hier und da Hendrix heraus. Auch Electric Prunes sind kein völlig abwegiger Vergleich. Trotzdem klingt das Album nie wie eine Kopie. Dafür bringen Svindel zu viele eigene Ideen mit und verlassen sich nicht darauf, dass ein paar bekannte Vorbilder schon reichen werden. Auch die Texte gehen erfreulicherweise einen anderen Weg und sparen sich den üblichen Hippie-Kitsch.

Ich habe die Platte nach dem ersten Durchlauf direkt noch einmal gestartet. Nicht weil ich irgendetwas verpasst hätte, sondern weil sie genau diese entspannte, leicht vernebelte Stimmung entwickelt, die guter Psychedelic Rock haben sollte. Das schaffen längst nicht alle Bands, die sich heute an diesem Sound versuchen. Drömfeber dagegen schon.

https://www.instagram.com/svindel.band/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert