
Tidal Wave – Volume Tree (2026, Ripple Music) (Review)

Tidal Wave haben ihren Sound über die Jahre immer weiter geschärft, ohne dabei jemals die großen Stilbrüche zu suchen. Auch auf „Volume Tree“ bleibt die Band ihrer Linie treu. Trotzdem wirkt die neue Platte schwerer als vieles, was die Schweden bislang veröffentlicht haben. Nicht unbedingt langsamer oder doomiger, aber insgesamt deutlich wuchtiger und düsterer.
Gerade das steht den Songs erstaunlich gut. Die Band bewegt sich weiterhin irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal, Stoner Rock und traditionellem Hard Rock, setzt diesmal aber spürbar stärker auf Druck und Atmosphäre. Dadurch bekommen viele Stücke mehr Gewicht als auf den früheren Veröffentlichungen.
Schon der Opener macht deutlich, wohin die Reise geht. Die Riffs sitzen, die Produktion hat ordentlich Wumms, und gleichzeitig verliert die Band nie das Gespür für eingängige Melodien. Genau diese Balance gehört seit jeher zu den größten Stärken von Tidal Wave.
Eine zentrale Rolle spielt dabei erneut Alexander „Sunkan“ Sundqvist. Sein Gesang verleiht dem Material Persönlichkeit und sorgt dafür, dass die Songs auch dann interessant bleiben, wenn die Band den Fokus ganz auf schwere Grooves legt. Vor allem in den härteren Momenten zeigt sich, wie wichtig seine Stimme für den Gesamtsound geworden ist.
Mit „Hangman“ findet sich einer der stärksten Songs des Albums. Die Nummer bringt genau die Schwere mit, die sich wie ein roter Faden durch die Platte zieht. „Temple Of Humanity“ schlägt dagegen etwas andere Töne an und lockert das Geschehen auf, ohne den Fluss des Albums zu stören.
Über die gesamte Laufzeit fällt auf, wie geschlossen „Volume Tree“ wirkt. Die Band versucht nicht, jeden Song mit neuen Ideen zu überfrachten, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. Gute Riffs, starke Vocals und genug Dynamik, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Das klingt simpel, funktioniert hier aber erstaunlich gut.
Natürlich erfinden Tidal Wave das Genre nicht neu. Wer auf der Suche nach revolutionären Ansätzen ist, wird vermutlich woanders fündig werden. Wer dagegen schweren Heavy Rock mit viel Groove, überzeugenden Songs und einer angenehm düsteren Grundstimmung schätzt, dürfte mit „Volume Tree“ eine Menge Spaß haben.
Unter dem Strich gehört das Album ohne Frage zu den stärksten Veröffentlichungen der Band. Selbstbewusst, druckvoll und ohne unnötigen Ballast – genau so sollte moderner Heavy Rock klingen.
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