
Omega Sun im Gespräch: Slowburn Doom aus Slowenien – Atmosphäre, Jams und der Weg nach Roadkill
Die slowenische Power-Trio Omega Sun (Igor Kukanja an Gesang/Bass, Aris Demirović an Gitarre, Jure Vučko am Schlagzeug) macht seit 2013 langsamen, schweren Sound: Doom, Stoner, Psychedelic – alles ohne Hektik, purer Feel und Repetition. Nach „Opium for the Masses“ (2017) kam 2023 „Roadkill“ – wir haben mit den Jungs über den organischen Start, Line-up-Drama, Live-Atmosphäre und warum Lyrics lieber geheim bleiben gequatscht. Hier das volle Gespräch.
Könnt ihr Omega Sun mal unseren Lesern vorstellen – wie’s losging, wer dabei ist, euer Sound?
Omega Sun ist ziemlich organisch entstanden, so um 2013 rum – erst als Instrumental-Duo, ’n Jahr später als richtige Band. Wir haben uns gefunden, weil wir alle Bock auf schwere Musik hatten, ohne Druck oder Überdenken. Von Anfang an war’s simpel: Feel, Wiederholung, Atmosphäre – Songs sollen wachsen, wie sie wollen. Kein Trend-Jagen, kein Technik-Gequatsche – einfach langsamer, schwerer, immersiver.
Unser Sound liegt irgendwo zwischen Doom, Stoner und psychedelischem Heavy. Riffs atmen lassen, Spannung langsam aufbauen, Kontraste: brutaler Low-End neben ruhigen, fast hypnotischen Parts.
Live halten wir’s roh und fokussiert: Lautstärke, Textur, Stimmung statt Publikums-Animation. Für uns geht’s darum, ’nen Raum zu schaffen, wo die Leute im Sound versinken können – was Physisches, Umhüllendes.
Was hat euch zu „Roadkill“ getrieben?
Wir gehen zu dritt in den Proberaum und jammen Ideen aus, aus denen dann Songs werden. Wir spielen einfach die Musik, die wir selbst hören wollen, und lassen’s laufen. Im Grunde sind’s unsere Emotionen, die durch die Instrumente in Songs fließen. Als wir uns auf alles geeinigt hatten, was uns allen gefallen hat, sind wir ins Studio und haben unser zweites Album „Roadkill“ aufgenommen.
Worum geht’s in den Lyrics?
Textlich und konzeptionell ziehen uns Introspektion und so ’ne Art Weite an – innerlich und kosmisch –, was perfekt zu unserem langsamen, meditativem Sound passt. Unser Sänger schreibt die Lyrics, ist extrem introvertiert und will sie nicht mal im Booklet drin haben. Mal sehen, ob wir das beim nächsten Album ändern.
Wie war das Feedback der Fans bisher?
Ehrlich gesagt besser als erwartet. Beide Alben – das erste und „Roadkill“ – haben uns überrascht. „Roadkill“ hat richtig gute Reviews gekriegt, dafür sind wir mega dankbar.
Das größte Hindernis, das ihr zusammen gemeistert habt?
Wahrscheinlich ’n Line-up-Wechsel. Das Übliche: Jahre lang stabile Besetzung, dann verliert einer langsam Interesse – Proben schwänzen, sogar Gigs auslassen. Für mich persönlich war das das Härteste, was wir durchziehen mussten.
Beste und schlechteste Venues, die ihr gespielt habt?
Schwere Frage. Manche Orte sind die besten, weil sie eigentlich die schlechtesten sind – die haben die stärkste Atmosphäre und Geschichte. Ich liebe z. B. das MKNZ in Slowenien. Die snobben uns irgendwie, wir haben da vielleicht zweimal gespielt, aber ich find’s trotzdem geil. So ’ne Art slowenisches CBGB’s.
Welche Bands inspirieren euch gerade?
Heute weniger direkte Einflüsse als früher. Wir sind in den 30ern/40ern – unser Sound ist eher ’ne Summe aus allem, was wir über Jahrzehnte gehört haben, statt was gerade heavy rotiert. Wir setzen uns nicht hin und sagen „lasst uns klingen wie die Band“. Es geht mehr um ’ne Idee oder ’n Gefühl, wie Omega Sun weiterwachsen soll.
Was uns mehr antreibt: Progression – wie Heavy Music expansiv, geduldig und ehrlich bleiben kann, ohne Zwang. Wir feilen an unserer eigenen Identität, folgen dem, was natürlich fühlt, und lassen Einflüsse unterbewusst durchsickern. So ist Omega Sun einfach ’ne Lebenssumme – gefiltert durchs Jetzt als Menschen und Musiker.
Wie kriegt ihr Musik und Alltag unter einen Hut?
Schlecht. Immer zu wenig Zeit, wir würden viel mehr machen wollen, aber das Leben kommt dazwischen.
Pläne für Merch, Videos oder Touren?
Wir gehen diese Woche mit Smavayo aus Deutschland auf Tour – Start am Freitag, 30. Januar. Hier die Dates (Interview-Zeitpunkt berücksichtigt):
Freitag, 30. Januar 2026 – DE – Dresden – HD
Samstag, 31. Januar 2026 – CZ – Prag – Klubovna
Sonntag, 1. Februar 2026 – CZ – Brno – Sibir
Montag, 2. Februar 2026 – HUN – Budapest – Riff Club
Dienstag, 3. Februar 2026 – AT – Wien – Kramladen
Mittwoch, 4. Februar 2026 – IT – Padua – Grind House Club
Donnerstag, 5. Februar 2026 – SLO – Ljubljana – Channel Zero
Freitag, 6. Februar 2026 – SLO – Nova Gorica – Mostovna
Samstag, 7. Februar 2026 – AT – Wolfsberg – JUZ
Außerdem arbeiten wir am dritten Album. Keine Ahnung, wann’s fertig ist.
’ne Botschaft an die Supporter?
Bis bald auf der Straße – kommt vorbei und checkt uns aus. Wir leben nicht ewig.
All unser Merch und die Musik gibt’s auf Bandcamp – immer noch die beste Plattform für Musiker und Hörer. Danke für das Interview, echt geschätzt!
https://www.instagram.com/omega_sun
https://www.instagram.com/no.profit.recordings/

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