Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

3 Wheeler Band: „Der Riff ist heilig“ – Interview mit den mexikanischen Riff-Meistern

Power-Trio aus Monterrey trifft 70er-Riff-Rock auf Stoner-Doom: 3 Wheeler Band im Gespräch über Holy Riffs, Kyuss-Covers, Bier-&-Grill-Jams und warum sie trotz allem einfach weiterrocken.

Hey Jungs, erst mal für alle, die euch noch nicht kennen: Gebt uns mal den kurzen 3-Wheeler-Band-Überblick – wer ist aktuell in der Band, wie habt ihr euch gefunden und welchen Metal-/Sound jagt ihr?

R: Klar, danke fürs Interview, Alter. Adrian bis an Gitarre und Gesang, David am Bass und Jose am Schlagzeug. Adrian und Jose kennen sich schon seit Anfang der 2000er und haben 2009 schon zusammen in einer anderen Band Musik gemacht, aber die ist auseinandergeflogen. Dann kam David 2009 ins Spiel, weil er Adrian kannte – die hatten gemeinsame Freunde. Adrian und Jose wollten unbedingt weitermachen mit dem Songwriting, also hat Adrian David für den Bass vorgeschlagen und Jose sollte erst mal Drums spielen, bis sie einen richtigen Schlagzeuger finden, damit er wieder auf seine Hauptinstrument, die Gitarre, wechseln kann.

Was den Sound angeht: Wir sind total riff-orientiert, die Riffs sind bei uns das A und O, alles startet da. Man könnte uns als Heavy-Rock-Band bezeichnen, aber wir passen locker auch zu Metal, Stoner, Doom oder Hard Rock. Da steckt ganz viel 70er-Riff-Rock drin, bei uns.

Ist der euch einfach so eingefallen oder war das ein langer Prozess (und gab’s vielleicht alte Namen, von denen wir nichts wissen)?

R: Am Ende wollten wir einfach nur ein Dreierband sein, und da kam uns die Idee, dass jeder von uns ein wichtiger Teil der Band ist – genau wie bei einem Dreirad-Motorrad (3 Wheeler), wo alle drei Räder essenziell sind. Deshalb der Name. War kein großes Drama oder tagelanges Ideenfinden wie bei vielen anderen Bands.

Ist noch ziemlich frisch – wie fühlt ihr euch jetzt, wo’s draußen ist? Irgendwas bereut oder seid ihr zu 100 % zufrieden?

R: Keine Reue, wir sind echt zufrieden mit den Tracks und dem Sound. Aufgenommen bei Medera Studios in Monterrey, das Artwork von Steven Yoyada – top. Da wir komplett unabhängig sind und zu keiner Plattenfirma gehören, war’s schwierig mit CDs oder Tapes, aber wir haben ein paar über Gravitoyd Heavy Music aus Texas mit unserem Bruder Damon herausgebracht. Vinyl wäre irgendwann natürlich auch super.

Nehmt uns mal mit durch die Hauptthemen und Ideen hinter dem Album – gab’s da ein großes Ereignis oder ein bestimmtes Gefühl, das alles losgetreten hat?

R: Die Pandemie, haha. Kurz bevor das alles losging, haben wir noch gejammt und da entstand der Track „Freedom“. Dann wurden wir eingesperrt und die Ideen sind nur so geflossen – bei allen dreien. Als wir wieder rausdurften, haben wir die Proben wieder aufgenommen, die Riffs weiter gejammt und irgendwann kam der Albumtitel, der genau unsere Haltung zeigt: Der Riff ist für uns alles. Deshalb „In the Name of the Holy Riff“. Und mit „Jimi Sabbath“ haben wir unseren größten Einflüssen Tribut gezollt – Hendrix und Sabbath waren und sind immer noch die Kings für uns.

Wie war bisher das Feedback? Nehmen die Fans und die Rezensionen euch gut auf?

R: Die Fans haben’s super aufgenommen, und auch die Blogger und Kritiker aus der internationalen Heavy-Szene. Wir waren im Oktober 2022 auf Platz 10 im monatlichen Doom-Charts-Countdown – das war riesig. Dazu noch einige richtig gute Rezensionen von Blogs aus aller Welt.

Ihr macht das jetzt schon seit Jahren – was hält das Feuer am Brennen, um weiter zu schreiben und zu spielen?

R: Seit 15 Jahren treffen wir uns jede Woche, trinken zusammen Bier, machen Carne Asada auf dem Grill und jammen einfach. Das ist Lebensart geworden. Wir genießen die Gesellschaft voneinander und lieben es, Heavy-Rock-Tracks zu kreieren – letztendlich machen wir das vor allem für uns selbst.

Wie schwer ist es, eine stabile Besetzung zu halten und als Metal-Band in eurer Ecke (Monterrey?) wirklich zu überleben? Kann man heutzutage noch richtig Geld mit Verkäufen machen?

R: In Mexiko vom Rocken zu leben ist brutal schwer – und erst recht mit Metal oder Heavy Music. Wenn du dich voll reinhängst und Fanartikel vor Ort und online verkaufst, kannst du etwas rausholen, aber wir drei haben alle normale Jobs, also geht das nicht. Wer hier in Monterrey wirklich von der Musik leben will, muss Regionalmusik spielen. Aber wir spielen Rock ’n’ Fuckin’ Roll … da hast du’s. Trotzdem sind wir immer noch genau die drei Typen von damals – wir lieben es, zusammen Musik zu machen, lieben Rock ’n’ Roll und haben einfach Spaß dabei. Man muss ehrlich zu sich selbst bleiben und das respektieren, das machen wir alle. Wir wollen einfach rocken, mehr nicht.

Wenn du nur einen Song von „In the Name of the Holy Riff“ nennen dürftest, um einen totalen Neuling auf die Band aufmerksam zu machen – welcher und warum?

R: Definitiv „Holy Riff“. Der hat einfach alles: groovige Beats, fette Stoner-Doom-Riffs und Grooves, brutalen Bass, donnernde und groovige Drums, rockige Uptempo-Parts, geile Gitarrenleads und natürlich Adrians hammer Gesang. Ein richtig rockender Track.

Gibt’s schon Pläne für neues Material, Videos oder Gigs nach der Platte?

R: Letztes Jahr im November haben wir ein Video zu unserem Kyuss-Cover „100 Degrees“ (vom „Welcome to Sky Valley“-Album) veröffentlicht – das war Teil des Witching Buzz Kyuss-Tribute-Albums, checkt das mal aus. Und gerade arbeiten wir an neuen Tracks, die wir dieses Jahr gerne veröffentlichen wollen.

Was würdest du jemandem raten, der mit dem Gedanken spielt, eine eigene Band zu gründen?

R: Mach es einfach, weil DU es wirklich willst – nie für andere spielen. Üben, üben, üben, bis der Sound sitzt. Aber vor allem: Mach es für dich.

Wenn „In the Name of the Holy Riff“ der Soundtrack zu einem Film wäre – welches Genre wäre der Streifen?

R: Unser zweites Album „Space Tribe“ wäre klar Science-Fiction, aber „Holy Riff“ wäre eine wilde Mischung: Science-Fiction, Stoner-Filme, Action- und Mystery-Streifen, haha. Geile Frage!

Noch letzte Worte oder Shout-outs an die Iron Backstage-Leser und eure Supporter?

R: Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, das Interview zu lesen, und checkt gerne unser neustes Video, das Kyuss-Cover „100°“ – das gibt’s auch auf allen Musikstreaming-Diensten. Bleibt dran bei unserem Instagram für Updates zum neuen Songwriting und Recording-Prozess. Und hört weiter Black Sabbath!

https://www.instagram.com/3wheelerband

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