
Temple Fang – Lifted From The Wind (Review)

Temple Fang aus Amsterdam haben sich richtig Zeit genommen – nach dem Debüt Fang Temple 2021 und diversen EPs/Live-Releases kommt jetzt Lifted From The Wind, und das ist ein echtes Biest: Double-LP, nur fünf Tracks, aber über 70 Minuten gnadenlose Psych-Rock-Reise. Dennis Duijnhouwer (Bass/Vocals), Jevin de Groot und Ivy van der Veer (Gitarren/Vocals), Daan Wopereis (Drums) – die Jungs klingen wie Hendrix auf Endlosschleife trifft Space-Rock und modernen Stoner-Prog, alles durchzogen von diesem dicken, fuzzigen Flow.
„The River“ startet direkt mit Volldampf: emotional, vorantreibend, Vocals voller Sehnsucht. Dann „Once“ – 21+ Minuten purer Mantra-Modus, baut sich langsam auf zu einem echten Freakout, der einen richtig wegträgt. „Harvest Angel“ bringt diese longing-Vibes, fast balladig, aber mit richtig Biss. „The Radiant“ (der Video-Track) fühlt sich an wie der heimliche Hit: fierce, selbstbewusst, Gitarren, die sich gegenseitig hochjagen. „Josephine“ rundet ab mit purer Schönheit und Power – ein Closer, der nachhallt.
Man spürt die Entwicklung klar: Von reinen Jam-Sessions zu echten Songs, ohne dass der Spirit verloren geht. Produktion sitzt bombig – Fuzz-Wände überall, aber genug Luft für ruhige Passagen. Emotional packt das Album richtig: fühlt sich lebendig und menschlich an, nicht nur wie endlose Klangwolken.
Aber bei der epischen Länge wird’s nicht jedem leicht gemacht: Erstes Mal durchhören ist anspruchsvoll, Tracks können ineinanderfließen, und es braucht wirklich ein paar Runden, bis sich alles entfaltet. Nicht jeder hat Bock auf so ein Monument, das man sich erarbeiten muss – es ist kein kurzes, knackiges Stoner-Ding. Nach der langen Pause hätte ich mir vielleicht ein paar mehr direkte Hooks gewünscht, um’s noch zugänglicher zu machen.
Trotzdem: Wer auf heavy Psych, Prog-Jams oder Space-Rock steht, kriegt hier Gold serviert. Der Roadburn-Launch war episch, live wird das garantiert abgehen. Temple Fang sind angekommen – fuzzige Hippies mit Herz und Zähnen.
Alle Infos, Streams und wo ihr das Album kaufen könnt: Stickman Records
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