
Sons of Ghidorah – Raining Fire (2026, Argonauta Records) (Review)

Hab mir „Raining Fire“ jetzt ein paar Mal reingezogen und ja – das Teil hat definitiv mehr drauf, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Sons of Ghidorah aus den USA liefern hier kein reines „noch ein Stoner/Doom-Album“, sondern schieben ordentlich Bewegung in die Sache.
Klar, die Basis bleibt Stoner/Doom/Heavy Rock, aber die Platte zieht immer wieder in andere Richtungen ab. Mal groovt das alles ziemlich erdig und schwer nach vorne, dann kippt es plötzlich in diese offenen, fast schon kosmischen Momente. Gerade diese Wechsel machen einen großen Teil des Reizes aus.
Was sofort auffällt: die Gitarren. Die Leads und diese leicht melancholischen Melodielinien geben den Songs deutlich mehr Tiefe, als es in dem Genre oft der Fall ist. Da steckt mehr drin als nur Riff-Wände.
Auch die Band wirkt insgesamt deutlich stabiler als früher. Mit Mark Giuliano, Christopher Konys und Michael Lillard als Kern und den zusätzlichen Gitarren von Greg Fenlong und Lou Barrese klingt das Ganze einfach voller und selbstbewusster.
Songwriting-technisch hat man das Gefühl, dass hier weniger auf „Effekt“ und mehr auf Substanz gearbeitet wurde. Die Songs haben Haken, aber ohne sich aufzudrängen oder zu geschniegelt zu wirken. Der Titeltrack „Raining Fire“ ist ein gutes Beispiel dafür, aber auch die ruhigeren Passagen bleiben hängen, ohne groß darauf hinzuweisen.
Produktionstechnisch geht das Ganze in eine warme, ziemlich organische Richtung. Nichts wirkt steril, eher so, als hätte man die Band einfach im Raum stehen lassen und laufen lassen. Passt ziemlich gut zum Material.
Am Ende bleibt ein Album, das klar mehr Charakter hat als vieles, was aktuell im Stoner/Doom-Umfeld rauskommt. Nicht alles neu erfunden, aber hörbar mit mehr Anspruch an Dynamik und Atmosphäre gearbeitet.
Unterm Strich: bisher stärkste Platte der Band. Und ein ziemlich klarer Schritt nach vorne.
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