
Mama Doom – Eminent Womb (2026, Argonauta Records) (Review)

Doom ohne Gitarre? Klingt erst mal nach einer dieser Ideen, die auf dem Papier interessanter wirken als auf Platte. Bei Mama Doom funktioniert es erstaunlich gut.
Chuckie Rumbles hat mit seinem Bass genug Gewicht, um die Songs unten zu halten. D. Lolli singt und spielt Keyboards, Anne Terror sitzt am Schlagzeug. Mehr braucht dieses Trio offenbar nicht. Jedenfalls fehlt einem nach ein paar Minuten keine Gitarre mehr.
„Morning Son“ hat einen ziemlich fetten Groove, dazu diese warmen, etwas entrückten Keyboards und Lollis Stimme, die sich nicht in irgendeine typische Doom-Schablone drücken lässt. Mal fast weich, dann wieder kräftiger. Das passt gut zu einer Platte, die zwischen Gothic, Psychedelic und Doom hin und herläuft, ohne irgendwo lange stehenzubleiben.
Die Songs sind auch angenehm kurz. Kein ewiges Riff-Warten, bis endlich etwas passiert. Ein paar Minuten, ein guter Groove, weiter. „Woven Linen“ bleibt eher über die Melodie hängen, „Anesthetic“ ist deutlich schwerer, und „Blue“ lebt stärker von der Stimmung. „Mothers Mercy“ hat den Refrain, den man nachher nicht mehr ganz loswird.
Die Keyboards sind dabei keineswegs bloß Dekoration. Manchmal hört man sie kaum. Dann kommen diese alten, leicht unheimlichen Klänge wieder nach vorne und plötzlich hat ein ziemlich simples Bassriff eine ganz andere Wirkung. Bei „Blue“ funktioniert das besonders gut.
Die Kehrseite: Nicht jede Stelle hat genug Masse. Wenn nur Bass, Schlagzeug und Gesang übrig bleiben, klingt das Trio gelegentlich tatsächlich etwas dünn. Gerade dann merkt man, was eine Gitarre normalerweise noch in so ein Gefüge hineinlegt.
Lollis Stimme dürfte ebenfalls Geschmackssache sein. Sie ist sehr präsent und lässt sich schlecht ignorieren. Mir gefällt das gerade deshalb. Sie klingt nicht geschniegelt, sondern hat Ecken. Bei einer Band wie Mama Doom wäre eine allzu saubere Sängerin wahrscheinlich ohnehin das Falsche.
Thematisch geht es um Mutterschaft, Schmerz, Opfer, Tod und Wiedergeburt. *Eminent Womb* macht daraus aber keine große Lehrstunde. Zum Glück. Man kann die Platte hören, ohne vorher das gesamte Konzept kennen zu müssen.
„Home Is In The Ground“ beschließt das Ganze mit viel Hall, dunklen Keyboards und einer ziemlich unangenehmen Grundstimmung. Kein großes Feuerwerk. Passt besser so.
Mama Doom bleiben mit ihrem basslastigen Ansatz eine etwas schräge Erscheinung. Aber nach ein paar Durchläufen ist gerade das nicht mehr das Interessante an *Eminent Womb*. Dann bleiben die Songs hängen. Und manche davon erstaunlich lange.
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