Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

THE MACHINE – Another Sun (2026, Awe Records / Blues Funeral Recordings) (Review)

Photo @ David Eering

The Machine sind schon lange genug dabei, dass man von ihnen eigentlich keine Überraschungen mehr erwarten dürfte. Und dann kommt mit *Another Sun* ein Album, das wieder ein paar neue Türen aufmacht.

Fünf Stücke, knapp über eine Stunde. David Eering, Chris Both und Klaas Dijkstra lassen sich also Zeit. Trotzdem zieht sich die Platte nicht. Das liegt auch daran, dass The Machine inzwischen ziemlich gut darin sind, den Unterschied zwischen einem guten Song und einer guten Jam-Passage zu verwischen.

„Drop/See“ beginnt mit diesem seltsamen, fast sitarartigen Ton, bevor das eigentliche Riff übernimmt. Für einen kurzen Moment denkt man an etwas völlig anderes, dann sind Bass und Schlagzeug da und die Sache wird deutlich schwerer. Solche kleinen Irritationen gibt es auf *Another Sun* immer wieder. Nicht als große Überraschungseffekte, eher nebenbei.

Der klassische Stoner-Rock-Unterbau ist natürlich noch da. Fuzz, Groove, schwere Gitarren. Aber daneben tauchen immer mehr andere Farben auf. Ein bisschen 90er-Grunge, etwas Wave, psychedelische Ausflüge, sogar Stellen, die eher nach Noise Rock klingen. Besonders „Evolver“ und „Echo Through“ lassen sich Zeit, bis aus den einzelnen Ideen ein richtiges Stück wird.

Das funktioniert besser, als es vielleicht klingt.

The Machine waren schon immer eine Band für Leute, die einen Song nicht unbedingt nach zweieinhalb Minuten beendet haben müssen. Auf *Another Sun* wirkt das trotzdem zugänglicher als früher. „In Search Of Yellow“ ist ein gutes Beispiel: Das Riff sitzt schnell, der Rest darf sich darum bewegen. Man kann einfach zuhören oder sich irgendwann an den Details festhalten.

Bei „Swallow The Sun“ wird es wieder etwas weiter und psychedelischer. Nichts wird besonders demonstrativ ausgestellt. Ein Effekt taucht auf, die Gitarren werden breiter, der Rhythmus schiebt das Stück weiter. Dann ist der nächste Abschnitt plötzlich da.

Vielleicht ist das auch das Schönste an dieser Platte. The Machine machen aus ihren Jams keine Mutprobe. Sie lassen sie einfach Teil der Songs sein.

Man hört außerdem, dass David Eering diesmal in seinem eigenen Studio aufgenommen hat. Der Sound wirkt entsprechend ziemlich unmittelbar. Die Gitarren haben genug Dreck, ohne alles zuzuschmieren, Bass und Schlagzeug stehen stabil darunter. Nichts klingt überproduziert.

Und dann ist da „Echo Through“, das sich besonders viel Zeit nimmt. Ruhiger Anfang, allmählich mehr Bewegung, immer wieder kleine Veränderungen. Man wartet irgendwann nicht mehr auf den großen Moment. Man hört einfach zu, wie der Song sich entwickelt.

Nach fast zwanzig Jahren ist das vielleicht das Interessanteste an The Machine: Sie müssen niemandem mehr beweisen, dass sie Stoner Rock können. *Another Sun* klingt eher nach einer Band, die noch immer neugierig genug ist, ein paar Dinge auszuprobieren.

Fünf lange Songs, jede Menge Platz dazwischen und trotzdem genug Riffs, die hängen bleiben. Kein schlechter Platz für The Machine im Jahr 2026.

https://www.instagram.com/themachine_nl

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