Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Ryan von Desert Storm über Songwriting, Tour und ihr neues Album

Wir haben mit Ryan von Desert Storm über das neue Album „Buried Under the Weight of Reason“, die aktuelle Besetzung, das Songwriting und ihre Pläne für 2026 gesprochen. Ein exklusiver Einblick in die Gedankenwelt einer der spannendsten Stoner-Bands Englands.

Hey Ryan, wie läuft’s gerade bei dir?
Hi Karl, alles bestens, danke!

Für alle, die Desert Storm gerade erst entdecken – erzähl uns doch kurz, wie ihr gegründet wurdet, wer aktuell in der Band ist und was euren Sound besonders macht.
Desert Storm wurde 2007 von mir (Gitarre), meinem Zwillingsbruder Elliot (Schlagzeug), Matt (Gesang), Chris White (Gitarre) und Chris Benoist (Bass) gegründet – wir kannten uns alle schon aus der Schulzeit. Dieses Line-up blieb bis 2020 unverändert, bis Chris Benoist kurz nach der UK-Tour mit Raging Speedhorn ausgestiegen ist. Danach kam Matthew Dennett für etwa vier Jahre dazu, bis ihm die Fahrten von Hull nach Oxford auf Dauer zu anstrengend wurden. Ende 2024 haben wir ihn dann durch Andrew Keyzor ersetzt – damit ist das aktuelle Line-up komplett.

Was macht euren Sound aus?
Wir klingen nicht wie die meisten Stoner- oder Sludge-Bands. Neben den harten Parts gibt es richtig entspannte Jam-Momente. Da steckt Blues, Jazz, Metal, Thrash drin – alles, was uns inspiriert. Aber zusammengesetzt klingt es immer nach uns.

Euer neues Album „Buried Under the Weight of Reason“ erscheint am 6. März. Wie fühlt es sich im Vergleich zu „Death Rattle“ an?
Für mich ist das neue Album eine logische Weiterentwicklung. Die Songs sind stärker, die Riffs ausgefeilter, die Produktion noch besser. Andrews Bass klingt wahrscheinlich am wuchtigsten, den wir je hatten – das verleiht allem noch mehr Druck.

Wovon lassen sich eure Texte inspirieren – persönliche Erlebnisse, Bücher, Weltgeschehen oder eher düstere Themen?
Matt schreibt alle Texte. Meistens sind sie ziemlich morbide und düster. Manche Geschichten sind fiktiv, manche handeln von Drogensucht, Verlust oder haben einen politischen Ansatz. Aber wir würden uns nicht als politische Band bezeichnen.

Wie oft probt ihr, und hat sich euer Songwriting über die Jahre verändert?
Ehrlich gesagt – eher selten! Wir sollten öfter proben, aber alle sind sehr beschäftigt. Wenn wir an einem Album arbeiten, probt die Band viel, danach eigentlich kaum, außer um vor Touren in Form zu bleiben. Songwriting läuft meist so: Chris White oder ich bringen ein paar Riffs mit, und dann entwickeln wir die Idee gemeinsam weiter. Manchmal schreiben Chris oder ich fast einen ganzen Song allein, aber das kommt eher selten vor.

Wie siehst du die Stoner-Rock-Szene in England gerade – lebendig oder eher am Abklingen?
Definitiv lebendig! Es gibt so viele großartige Bands.

Gab es mal einen Albtraum-Gig, über den ihr heute lachen könnt – oder immer noch zusammenzuckt?
Ja, wahrscheinlich unser letzter, haha. Wir haben das komplette neue Album gespielt, hatten aber monatelang nicht geprobt, und der letzte Gig war im Oktober. 90 % lief gut, aber es gab ein paar heftige Patzer … inzwischen haben wir alles ausgebügelt, für den nächsten Gig sollte alles sitzen!

Wenn ihr mit irgendeinem Musiker zusammenarbeiten könntet – egal ob Rock oder anders – wer wäre euer Traumgast?
Als riesiger Black Sabbath-Fan natürlich Tony Iommi – aber das wird wohl nicht passieren! Auf dem neuen Album haben wir allerdings Ben Perrier von Winnebago Deal / Los Pepes auf dem Song „Dripback“ zu Gast. Er klingt großartig und seine Stimme passt perfekt zu Matts Gesang.

Wie bringt ihr eure Musik heutzutage vor mehr Leute?
Es ist extrem schwer. Wir hoffen, dass Heavy Psych Sounds und gute PR etwas helfen. Außerdem werden wir weiter touren und Schritt für Schritt versuchen, auf ein höheres Level zu kommen.

Was steht als Nächstes an – Tour, neue Single, Merch, Video? („Law Unto Myself“ ist ein starker Track!)
Danke, freut uns, dass er dir gefällt! Wir haben bisher drei Singles veröffentlicht: „Shamanic Echoes“, „Woodsman“ (mit offiziellem Video) und „Law Unto Myself“ (Lyric-Video). Das Album erscheint am Freitag, 6. März. Die Release-Show spielen wir beim Buried in Smoke Festival am 28. März, danach geht’s vom 8. bis 18. April auf Europa-Tour. Im Mai stehen die Heavy-Psych-Festivals in der Schweiz und Italien an, Ende Mai folgt die Londoner Album-Release-Show im The Black Heart. Außerdem gibt es über das restliche Jahr verteilt weitere UK-Shows – unter anderem in Birmingham, der Geburtsstadt des Heavy Metal!

Wenn euer Sound eine Farbpalette wäre – welche Farben schreien nach DESERT STORM und warum?
Schwarz & Grün! Schwarz steht für die Dunkelheit, Grün vielleicht für den Stoner-Nebel … auch wenn die meisten aus der Band inzwischen nicht mehr kiffen. Elliot und ich gönnen uns ab und zu noch ein bisschen – aber nicht viel.

Danke für das Interview – noch ein Gruß an die Der-Fuzzer-Leser und eure Fans?
Danke dir, Karl, für das Interview – und danke an alle, die das hier lesen. Checkt uns aus, kauft das Album, erzählt es weiter und kommt zu einer Show! Cheers!

https://www.instagram.com/Desertstormuk

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