Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Tidal Wave im Interview: „In fünf Jahren Madison Square Garden – oder Kneipenkeller“

Drei Jahre, verschiedene Studios, jede Menge schwere Riffs: Tidal Wave melden sich mit Volume Tree zurück. Wir haben Rasmus zum neuen Album und zum Leben zwischen Underground und großen Bühnen befragt.

Hi! Was geht gerade bei Tidal Wave?

Hey Karl! Aktuell stecken wir mitten in den Vorbereitungen für unser Festival „Wavefest“ im März – wie immer in unserer Heimatstadt Sundsvall. Parallel schreiben wir neues Material und tüfteln im Proberaum an frischen Songs.

Was hat euch beim neuen Album am meisten inspiriert? Und kannst du schon etwas darüber verraten?

Das neue Album heißt Volume Tree und ist im Grunde fast so etwas wie eine Compilation. Die Songs sind über drei Jahre hinweg entstanden – in verschiedenen Studios und mit unterschiedlichen Leuten. Entsprechend klingen die Tracks auch ziemlich verschieden: mal düster und schwer, mal direkt und energiegeladen. Genau diese Kontraste machen für mich den Reiz aus. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine holprige Fahrt – eben noch in einer zähen, dunklen Passage, und plötzlich knallt dir ein klarer, explosiver Song um die Ohren.

Hat sich euer Sound über die Jahre verändert – seid ihr atmosphärischer geworden oder eher heavier?

Kommt drauf an, was du vergleichst – The Lord Knows mit dem neuen Album oder unsere Entwicklung seit dem Debüt Blueberry Muffin. Seitdem sind wir im Songwriting definitiv reifer geworden. Wir bleiben nicht mehr beim erstbesten Riff hängen, sondern arbeiten Ideen gründlicher aus. Auf dem kommenden Album gibt es mehr schwere Momente, aber keine Sorge – die schnelleren Nummern haben wir nicht gestrichen. Wer den Robbero Bobbero-Vibe mag, wird auch diesmal auf seine Kosten kommen.

Auf welche Veröffentlichung seid ihr bisher am stolzesten?

Eigentlich immer auf die nächste – zumindest geht’s mir so. Aber wenn wir ehrlich sind, hat The Lord Knows aktuell wohl den höchsten Stellenwert unter unseren bisherigen Alben.

Wie seht ihr Streaming und das Teilen in der Underground-Szene?

Ich habe das Gefühl, dass die Stoner-Rock-Szene gerade extrem lebendig ist. Es gibt Leute wie John Gist von Vegas Rock Revolution, die unermüdlich neue Underground-Bands aus aller Welt vorstellen. Ohne solche Enthusiasten und die vielen kleinen Labels würde hier gar nichts laufen. Gleichzeitig könnten viele Bands deutlich mehr Leute erreichen, wenn Plattformen wie Spotify mutiger wären und solchen Genres mehr Sichtbarkeit geben würden. Stoner und Retro-Rock sind ja eigentlich ziemlich zugänglich.

Seid ihr vor Shows immer noch nervös?

Und wie. In dieser Band laufen nur Nervenbündel herum. Backstage drehen wir im Vorraum der Toilette unsere Runden, bis es losgeht.

Wie würdest du die lokale Szene in Sundsvall beschreiben?

Sundsvall hat eine starke Szene, vor allem im härteren Metal- und Punk-Bereich – und wir bewegen uns irgendwo dazwischen. Es gibt Veranstalter wie den legendären Punk-Club Pipeline oder Club Deströyer, die alles ehrenamtlich aufziehen, nur um gute Bands auf die Bühne zu bringen. Letzterer organisiert auch unser Wavefest – nächster Termin ist der 14. März.

Gibt es einen Traum von einer bestimmten Kollaboration oder gemeinsamen Bühne?

Ich würde sofort als Support für Pentagram, Misfits oder Britney Spears spielen – das ist allerdings nur meine persönliche Meinung. In den letzten Jahren standen wir schon mit Bands wie Candlemass, Skraeckoedlan, Truckfighters und Monolord auf der Bühne, und das war jedes Mal stark.

Wo seht ihr euch in ein paar Jahren?

In fünf Jahren promoten wir unser siebtes Album im Madison Square Garden. Oder wir spielen im Keller einer Kneipe. Hauptsache, die Leute vor der Bühne haben Bock auf heavy Music.

Gab es einen Vintage- oder ungewöhnlichen Amp, der euren Sound spürbar verändert hat?

Schwer zu sagen. Unser Bassist hat im Laufe der Jahre mindestens drei Amps geschrottet – also würde ich ihm keinen teuren Vintage-Amp hinstellen. Unser Gitarrist spielt momentan über einen Hiwatt, und der passt ziemlich gut zu unserem Sound.

Danke dir – noch ein paar Worte an die deutschen Fans?

Für Details ist es noch zu früh, aber ich kann sagen: 2027 sollten die Deutschen die Augen und Ohren offenhalten – da kommt was.

https://www.instagram.com/tidalwaveswe/

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