Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Seedy Jeezus – Damned to the Depths (Review)

Das Album haut einen um. Nicht nur mit Riffs, sondern auch mit Gefühl. Seedy Jeezus haben hier mal alles rausgelassen – Trauer, Wut, Leere – und das spürt man in jedem Moment. Kein Standard-Heavy-Psych, das man nebenbei laufen lässt. Das hier fordert einen raus.

„Is There All That Is?“ macht den Einstieg – cineastisch, ruhig, fast zerbrechlich. Dann kommt „Golden Miles“ und man denkt „ok, das ist noch Seedy wie immer“, aber nein, die Stimmung ist dunkler, schwerer. Lex Waterreus singt, als würde er durch Schlamm waten. „Acid in the Blood“ ist kurz und sauer – wie ein Schlag ins Gesicht. „The Hollow Earth“ ist der Hammer: lang, baut sich auf, Synth und Mellotron kommen dazu, aber es bleibt heavy, nicht überladen.

Der zweite Teil ist die „Mourning Sea“-Suite – sieben Teile, die die Trauerphasen durchgehen: Verhandeln, Schmerz, Verleugnen, Wut, Depression, Akzeptanz, Warum? Manche Parts sind richtig brutal riffgetrieben, andere gehen in akustische oder synthige Melancholie. Es ist ehrlich, manchmal fast zu ehrlich. Tony Reed hat produziert – Bass massiv, Höhen klar, alles atmet. Kein Matsch, kein Fake-Glanz.

Es ist kein leichtes Album. Die Themen sind hart – Verlust, Einsamkeit, alles was weh tut – und die Musik macht mit: mal erdrückend, mal wunderschön, immer direkt. Die Prog-Elemente (Mellotron, Akustik) geben Tiefe, aber der Kern bleibt heavy. Wer die früheren Alben mag, wird hier einen Sprung nach vorn hören – reifer, vielfältiger, emotionaler.

Für Leute, die Psych wollen, das nicht nur riffet, sondern auch was im Kopf anrichtet – irgendwo zwischen Causa Sui, All Them Witches und einem richtig dunklen Herzen – ist das hier Pflicht. Kathartisch, ohne kitschig zu werden. Ich komm immer wieder drauf zurück, und es trifft jedes Mal anders.

https://www.instagram.com/seedyjeezus

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