Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Sleep – Volume One (Klassiker-Review)

Ich hab das Album vor ein paar Jahren wieder ausgegraben, weil ich mal Lust auf richtig düsteren Doom hatte, und ehrlich – es haut mich immer noch um. Volume One ist Sleep, wie sie 1991 waren: jung, wütend, noch nicht high auf Weed und ohne diesen späteren Hippie-Stoner-Vibe. Es ist dunkler, sludgiger, brutaler als alles, was danach kam. Kein Dopesmoker-Gequatsche, kein Holy Mountain-Groove – nur purer, langsamer, zermalmender Doom mit Melvins-Einflüssen, der einem richtig in die Magengrube fährt.

Justin Marler und Matt Pike an den Gitarren und Vocals gleichzeitig, Al Cisneros am Bass und Gesang, Chris Hakius am Schlagzeug – diese Doppel-Gesang-und-Gitarren-Konstellation gibt dem Ganzen eine Wucht, die sie später in der Dreier-Formation nie mehr so richtig hingekriegt haben. Die Riffs sind langsam, schwer, fast erdrückend. Die Texte gehen um Leid, Verfall, Tod – kein Gras, keine Blumen, nur schwarze Stimmung.

„Stillborn“ und „The Suffering“ kommen sofort hart – diese Riffs fühlen sich an wie Beton, der auf dich runterfällt, und die Vocals klingen, als würden sie aus einem Sarg kommen. „Catatonic“ ist so ein Track, der einfach nicht aufhört – endloses Riffing, das einen plattmacht. „The Wall of Yawn“ und „Snowblind“ haben diese langen, atmosphärischen Parts, die einen fast in Trance versetzen, und „Dead Souls“ schließt ab mit diesem Gefühl von totaler Leere.

Die Produktion ist dreckig und direkt – kein Glanz, kein Studio-Putz, einfach so, wie es im Proberaum war. Das macht es so ehrlich. Klar, es ist nicht so zugänglich wie die späteren Alben – manche Tracks ziehen sich, wenn man nicht in der richtigen Stimmung ist, und es ist stellenweise echt schwer durchzuhören. Aber genau das liebe ich: Es ist kein Album für nebenbei, es will, dass du leidest.

Viele sagen, Holy Mountain oder Dopesmoker wären besser – und ja, die haben die Hits, den Groove, den Kult-Status. Aber für mich ist Volume One das echte Debüt-Feeling: hungrig, wütend, ungeschliffen. Wenn du Doom magst, das richtig weh tut und nicht nur chillt, dann ist das hier Pflicht. Ich leg’s immer noch auf, wenn alles scheiße ist – und es hilft jedes Mal.

https://www.instagram.com/sleeptheband/

https://sleep.merchtable.com/

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