Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Stoned Jesus – Songs to Sun (Review)

Nach all dem Scheiß mit dem Krieg, der Igor Sydorenko aus der Ukraine rausgezwungen hat, und dem kompletten Line-up-Wechsel (neuer Bass und Drums mit Andrew Rodin und Yurii Ciel) – da kommt Songs to Sun und klingt wie ein Neustart, der trotzdem total nach Stoned Jesus ist. Sechs Songs, knapp über 40 Minuten, und das Ding fühlt sich an wie der erste Teil einer großen Trilogie (Songs to Moon und Songs to Earth kommen ja noch). Nicht mehr nur doomiger Stoner mit dicken Riffs, sondern richtig progig, melodisch, emotional – mal uplifting, mal richtig düster.

„New Dawn“ eröffnet proggy-schleppend mit Aufbruchstimmung, „Shadowland“ geht dann sofort in den Arsch mit diesem melancholischen Metal-Vibe. „Lost in the Rain“ ist der Hammer – melancholisch, fast balladig mit Akustik und Mellotron, Sydorenko singt sich die Seele aus dem Leib. „Low“ hat diesen Black-Metal-Speed-Up am Ende, der einen überrascht, „See You on the Road“ groovt fett und tour-mäßig, und „Quicksand“ als Closer ist ein fast akustisches, 10-Minuten-Geständnis, das einem richtig unter die Haut geht.

Man hört die Reife: Die neuen Jungs pushen die Energie, die Songs sind komplexer, variierter (Doom, Prog, Grunge, sogar Thrash-Anleihen), aber nie überladen. Produktion sitzt bombig – fett, warm, klar, ohne zu glatt zu sein. Emotional packt das Album, besonders die Texte über Tour-Leben, Depression, Break-up, innere Kämpfe – das ist persönlicher als früher.

Klar, es ist kein reines Stoner-Crush-Album mehr, und wer nur die alten Riff-Monster will, könnte erstmal schlucken müssen. Aber nach ein paar Durchläufen klickt’s: Das ist Stoned Jesus auf einem neuen Level – ambitioniert, intelligent, und verdammt stark. Für mich ihr bisher bestes Ding, und ein Beweis, dass sie nach 15 Jahren immer noch wachsen.

Alle Infos, Streams und wo ihr das Album kaufen könnt: Season of Mist

https://www.instagram.com/stonedjesusband

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