
Loose Sutures im Gespräch: Sardischer Fuzz-Rock mit Garage-Dreck und ’70er-Riffs
Loose Sutures aus Sardinien mischen seit 2019 klassische Stoner-Riffs mit Garage-Punk-Attitüde und dreckigem Fuzz – mittlerweile mit „Sado Sex for Dummies“ (2023) ihrem bisher fettesten Werk. Wir haben mit den Jungs über Besetzungswechsel-Chaos, Grill-Sessions im Studio, Black Sabbath als Ursprung und den Wahnsinn des Musikgeschäfts gesprochen. Hier gibt’s das volle Interview – Fuzz an!
Na Jungs! Stellt Loose Sutures mal jemandem vor, der die letzten Jahre unter einem Stein gelebt hat – erzählt uns was über die Band, die Geschichte, die Besetzung und die Stimmung.
Hi Fuzzers,
hier sind Loose Sutures: Pioniere des Heavy Garage-Fuzz und eine Gruppe leidenschaftlicher Mittelalter-Junkies. Schön, euch kennenzulernen!
„Sado Sex for Dummies“ ist jetzt drei Jahre alt – gab es bestimmte Ereignisse oder Einflüsse, die das Album geprägt haben?
„Sado Sex for Dummies“ war eine unglaubliche Reise: Zuerst mussten wir erneut einen Line-up-Wechsel verkraften (nichts Neues). Kaum war die „High Heeled Barbarian“-Tour vorbei, nahmen wir uns ein paar Wochen Zeit, um alle Tracks zu überarbeiten, und stiegen dann ins Studio. Zwei Wochen Aufnahme, und wir hatten das große Glück, mit Alain Johannes und Nick Oliveri zusammenarbeiten zu dürfen. Nicht schlecht, oder?
Wie sehr hat jeder von euch seinen persönlichen Stempel auf das Album gesetzt?
Wir haben monatelang an den Songs gefeilt, jeder hat alles gegeben – am Ende waren wir völlig ausgebrannt und hatten die Tracks schon satt. Erst als wir die meisten neuen Songs live spielten, merkten wir: Das Ganze funktioniert wirklich.
Gibt es lustige oder stressige Geschichten aus dem Studio?
Wir haben im Studio einen Grill in die Garage gestellt und einfach gegrillt.
Wie war das bisherige Feedback? Bekommen die Songs genug Liebe?
Mittlerweile herrscht eine großartige Chemie zwischen den Fans und „A Gash with Sharp Teeth and Other Tales“. Songs wie „White Line“ und „Sadism and Gallows“ werden live vom Publikum besonders gefeiert.
Ihr haltet seit Jahren zusammen, ohne größere Line-up-Dramen – wie gut passt ihr wirklich zusammen?
Wollt ihr mich verarschen? Jedes neue Album brachte einen Gitarristenwechsel mit sich, und jetzt, kurz vor dem neuen Album, probieren wir sogar einen neuen Schlagzeuger aus! Ein Fluch, haha. Aber die alten Mitglieder sind immer noch Brüder, Teil der Familie – und das bleibt für immer so.
Welche Bands haben euch ursprünglich inspiriert, zu sagen: „Das will ich auch machen“?
BLACK SABBATH
Wie vereinbart ihr Bandleben, Jobs, Familie und mentale Gesundheit?
Ehrlich gesagt: gar nicht. Es gibt keinen richtigen Ausgleich – nur riesige Liebe zur Musik und unendliche Geduld von den Menschen, die mit uns leben müssen.
Plant ihr bald Shows in Europa oder eine größere Tour?
Zuerst kommt das neue Album raus, dann starten wir im nächsten Herbst die „White Socks and Purple Vomit“-Tour. Das wird ein riesiger Spaß!
Was liebt und hasst ihr am Musikbusiness heutzutage am meisten?
Wir sind froh, Teil der Electric Valley Records-Familie zu sein – sie unterstützen uns wirklich, sonst würden wir wohl auf der Straße spielen. Es geht um die Liebe zur Musik … der Rest des Musikbusiness kann einem manchmal echt den Spaß verderben.
Findet neue Technik (AI-Tools, virtuelle Gigs usw.) schon Einzug in euren kreativen oder Live-Prozess?
Bei uns bleibt alles analog – kein Bullshit.
Abschließende Grüße oder weise Worte?
Bleibt in Kontakt, neue Sachen kommen bald … man spürt sie überall!
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