Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

KIND im Interview: Stoner-Rock mit Herz und Ecken

Mit Darryl Shepard (Roadsaw, Black Pyramid) an der Gitarre haben KIND seit 2013 eine der verlässlichsten Stoner-/Doom-Formationen der US-Szene am Laufen. „Close Encounters“ ist ihr bisher reifstes Werk – neun Tracks voller Groove, Abwechslung und echter Band-Chemie. Wir haben mit Darryl über die Platte, die Tour-Probleme, die großen Einflüsse und das echte Leben jenseits der Bühne geredet. Hier das komplette Gespräch.

Könnt ihr euch unseren Lesern kurz vorstellen?
KIND sind Craig Riggs am Gesang, Matt Couto am Schlagzeug, Tom Corino am Bass und ich (Darryl Shepard) an der Gitarre. Wir haben im Winter 2013 angefangen und bisher drei Alben bei Ripple Music und Kozmik Artifactz veröffentlicht, dazu noch ein paar Singles. Wir haben alle schon in anderen Bands gespielt oder tun es immer noch – Roadsaw, Sasquatch, Elder, Milligram, Rozamov und einige mehr.

Seid ihr zufrieden, wie das Album „Close Encounters“ geworden ist?
Ja, total. Ich spreche für die ganze Band, wenn ich sage: Wir finden es echt stark geworden und sind richtig stolz drauf. Es ist abwechslungsreich, aber es zeigt genau, wer wir sind. Beim Aufnehmen lief es so gut, dass wir sogar spontan im Studio einen neuen Song geschrieben haben – „Of the Ages“. Alles ist einfach nur geflossen. Und es sind neun Stücke drauf, das sind die meisten auf einem unserer Alben – das sagt eigentlich schon alles.

Welche Themen ziehen sich durch die Texte?
Da Craig sämtliche Texte schreibt, gebe ich das lieber ihm: „Drogen und Tod“.

Was war bisher die größte Herausforderung als Band?
Touren. Wir hatten schon fast zwei Europatouren in der Tasche, aber beide sind geplatzt. Zweimal waren wir beim Desertfest in London, aber eine richtige Tour durch Europa oder UK haben wir noch nicht geschafft. Wir probieren es immer wieder, bisher hat es aber einfach nicht geklappt. Das war – vorsichtig gesagt – ziemlich zermürbend.

Welcher Veranstaltungsort hat perfekt zu eurem Sound gepasst und welcher überhaupt nicht?
Ausgerechnet beide beim Ripplefest Texas in Austin. Zweimal draußen auf der Bühne im Far Out Lounge – der Sound dort passt bei uns einfach nicht. Zumindest nicht für uns. Beim letzten Ripplefest haben wir drinnen im Sagebrush gespielt und der Klang war fantastisch. Das hat einen riesigen Unterschied gemacht, für unsere Laune und wie wir gespielt haben. Ich persönlich kann mit schlechtem Bühnen-Sound überhaupt nicht, das ruiniert mir die ganze Performance. Mir liegt echt viel daran, wie wir live klingen.

Welche klassischen und aktuellen Bands haben euch am meisten geprägt?
Klassiker: Black Sabbath, Led Zeppelin, Deep Purple, Blue Cheer. Genau diese vier. Klar kenne und mag ich noch andere alte Bands, aber die sind für mich die Basis. Bei den neueren würde ich Soundgarden und Monster Magnet als die größten Einflüsse nennen. Ich höre aber auch viel anderes. Oasis zum Beispiel – Craig steht da auch voll drauf. Wir hören alle möglichen Sachen, aber im schweren Bereich sind Soundgarden und Monster Magnet die entscheidenden.

Wie kriegt ihr Musik und normales Leben unter einen Hut?
Wann immer es geht. Es ist nicht einfach. Arbeit, Familie, der ganze Rest – das nimmt alles viel Zeit. Ich spiele ja noch in ein paar anderen Bands mit, dazu noch in einer Motörhead-Coverband, da ist immer was los. Mit den Jahren kommen halt mehr Verpflichtungen dazu, als nur abends in den Proberaum zu fahren, einen Kasten Bier zu killen und die Boxen aufzudrehen. Trotzdem – ich vermisse diese unkomplizierten Zeiten schon.

Gibt es Pläne für Merchandise, Videos oder Konzerte?
Ein paar Konzerte sind fest gebucht, zum Beispiel Ende Januar beim Planet Desert Rock Weekend in Las Vegas und noch ein paar andere Shows. Eine richtige Tour steht aktuell leider nicht an. Bei Merch haben wir ein paar T-Shirts, das war’s dann auch schon. Die gibt’s nur auf den Shows. Wir sind keine Merch-Maschine – manche Bands haben zig verschiedene Designs, wir hatten in dreizehn Jahren genau zwei verschiedene Shirts. Ein neues Video ist momentan nicht geplant, außer den paar alten auf YouTube. Wir legen den Fokus wirklich auf die Musik. Der Rest lenkt nur ab.

Wenn man eure Alben als eine Art lockere Geschichte oder verbundene Welt sieht – was hält sie zusammen?
Die Cover von Alexander von Wieding. Für mich ist das der durchgehende Faden. Die drei Alben bilden zusammen eine schöne kleine Trilogie, und sein Artwork verbindet alles.

Eine Botschaft an unsere Leser und Fans?
Vielen Dank, dass ihr uns entdeckt, unsere Musik hört und uns live besuchen kommt. Das freut uns wirklich sehr! Es gibt so unglaublich viel Musik und Bands da draußen, deshalb bedeutet es uns viel, wenn ihr euch die Zeit nehmt, unsere Sachen anzuhören. Und aufgepasst vor diesem ganzen KI-generierten Fake-Zeug. Danke!!

https://www.instagram.com/therockbandkind/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert