Der ultimative Fuzz aus der Unterwelt

Messa – The Spin (Review)

Nach dem ausufernden, jazzigen Trip von Close ziehen die Italiener bei The Spin die Zügel an. Sieben Stücke, knapp über 40 Minuten – ihr kürzestes Album bisher, und genau diese Kürze tut richtig gut. Diesmal tauchen sie tief in die 80er-Goth- und Post-Punk-Welt ein: Chor-Gitarren wohin man hört, pulsierende Synths wie aus alten John-Carpenter-Filmen, Drums mit diesem typischen gated Snap. Das Doom-Fundament bleibt aber immer spürbar, nur halt in schwarzem Leder und Neonlicht verpackt.

„Void Meridian“ startet verhalten – schwebende Synths, dann schlagen die Gitarren zu mit einem dicken, hallenden Riff, das sofort an frühe Sisters of Mercy oder The Sound erinnert, nur eben richtig schwer. Sara Bianchins Stimme trägt von der ersten Sekunde alles: rauchig, kraftvoll, diese langen, gehaltenen Töne, bei denen man gar nicht wegschauen kann.

„At Races“ hält den Darkwave-Puls am Laufen, mit einem bluesigen Unterton. Und dann kommt „Fire on the Roof“ – der absolute Hammer: die Strophen bauen Spannung auf wie Qualm, der sich langsam ausbreitet, dann explodiert der Refrain im klassischen Trad-Doom-Stil, riesig und sofort hängenbleibend.

Der Rest läuft genauso stark weiter: „Immolation“ beginnt zerbrechlich mit Keys und schwillt dann zu etwas Kathartischem und Bluesigem an. „The Dress“ bringt den psychedelischen Lounge-Jazz-Part – Trompete gegen Gitarre, total abgedreht, passt aber perfekt. „Reveal“ gräbt wieder tief in Stoner-Chug mit ein paar Blast-Momenten drin. Und „Thicker Blood“ schließt das Ganze ab: richtig düster und schwer, dunkle Akkorde, Vangelis-artige Synths, und am Ende dieses lange, intensive Ausatmen, das noch lange nachhallt.

Der Metal-Blade-Sound ist sauber und druckvoll – alles sitzt glasklar, kein Nebel mehr wie früher. Klar, ein bisschen von der rohen, organischen Trübe aus Feast for Water oder Close geht dadurch verloren, aber dafür gewinnt das Album enorm an Wiederhörwert. Der Opener braucht ein paar Durchläufe, bis er richtig zupackt, und die Hardcore-Doomer vermissen vielleicht die alten langen Ausflüge. Trotzdem: Die Songs sind direkter, haken stärker, und Sara trägt alles mit dieser rauchigen Macht.

Messa machen einfach weiter ihren Weg – ohne Trends hinterherzulaufen, neue Sachen reinzunehmen (80er-Goth, Post-Punk, ein Hauch Vangelis), aber immer noch unverkennbar sie selbst. Das könnte das Album sein, das sie endlich aus dem Kult-Eck holt.

Alle Infos, Streams und wo ihr das Album kaufen könnt: Metal Blade Records.

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