
Black Sabbath – Black Sabbath (Klassiker-Review)

Ich bin seit Ende der 70er komplett auf dem ersten Black Sabbath-Album hängen geblieben – seit dem Tag, an dem ich meinem Bruder seine Platte stibitzt habe. Die ist heute völlig runtergerockt, aber ich leg sie immer noch regelmäßig auf, und sie haut mich jedes einzelne Mal wieder um.
Dieses Intro allein: Regen, Donner, diese Glocke – und dann kommt Iommi mit diesem fetten Tritonus-Riff im Titeltrack um die Ecke, und zack, wird alles schwarz. Ozzy setzt ein und klingt, als hätte er gerade richtig Schiss: “What is this that stands before me?” Ganz ehrlich, egal wie oft ich das schon gehört habe – mir laufen immer noch die Schauer über den Rücken. 1970 hat niemand so etwas Schweres und Unheimliches gemacht. Damals haben Kritiker das als billige Cream-Kopie oder okkulten Firlefanz abgetan, aber die haben einfach überhaupt nicht kapiert, was da passiert ist. Das war keine Kopie – das war der Anfang von etwas völlig Neuem.
Vier Typen aus Aston, direkt aus der Malocher-Ecke, und sie klangen, als würde gleich die Welt untergehen. Iommis Gitarre ist pures Schrubben und Mahlen, und diese runtergestimmten Riffs wirken noch fieser, wenn man bedenkt, was mit seinen Fingerkuppen los war. Geezers Bass knurrt und wühlt, als hätte er ein Eigenleben – hört euch nur dieses schön dreckige Solo am Anfang von “N.I.B.” an. Bill Ward ist am Schlagzeug komplett entfesselt, swingt wie Sau und trotzdem total locker, mit diesem leicht jazzigen Touch, den er damals hatte. Und “The Wizard”? Dieser Mundharmonika-Stampfer zaubert mir bis heute ein debiles Grinsen ins Gesicht.
Dann hast du diese herrlich unheimliche Psychedelik von “Behind the Wall of Sleep”, den direkten, rotzigen Punch von “Wicked World” auf der US-Version – das Album ist stilistisch total wild, aber genau das macht es so geil. Klar, das Ganze wurde in ein, zwei Tagen runtergeprügelt, also ist es rau, kantig und an manchen Stellen schön matschig, und ja, “Evil Woman” fühlt sich ein bisschen wie der Fremdkörper an. Aber genau diese Ungeschliffenheit ist der Punkt. Das Ding will nicht hübsch sein.
Ich hab alles gehört, was im Heavy-Bereich danach kam, und zig Bands haben versucht, diesen Vibe zu kopieren – aber niemand hat ihn je so hinbekommen. Düster, erdrückend, unheimlich, und trotzdem groovt das Album wie die Hölle. Wer das noch nie laut in einem dunklen Raum gehört hat, sollte das schleunigst nachholen. Das ist ein verdammter Klassiker – war er immer, und wird er auch immer bleiben.
- Ryan von Desert Storm über Songwriting, Tour und ihr neues Album

- Kombynat Robotron – AANK (Review)

- 16 – Guides For The Misguided (Review)

- Buzzard – Mean Bone (Review)

- Zurück am Start: Isaak im Interview

- Fuzz, Wut und Freiheit: THE CLAMPS im Interview

- High on Doom: Hemplifier zwischen Sci-Fi, Voodoo und seismischen Wellen

- Causa Sui – In Flux (Review)

- Tidal Wave im Interview: „In fünf Jahren Madison Square Garden – oder Kneipenkeller“

- Witchcraft – Idag (Review)


Schreibe einen Kommentar