
TANKZILLA – Von Speedrock zu Sumpfgrooves
Nach ihrem Highspeed-Punk-Rausch mit Speedrock melden sich TANKZILLA jetzt mit langsameren, dreckigen Sumpfgrooves zurück. Ihr Debütalbum Mutant Freak kombiniert Heavy Psych, Sleaze und Gutter-Boogie zu einem kompromisslosen Sound. Wir haben mit der Band über die Aufnahmen, Live-Energie und kommende Pläne gesprochen.
Peter, nach dem Highspeed-Punk-Rausch von Speedrock – was hat dich dazu gebracht, jetzt diese langsameren, sumpfigen Grooves zu spielen? Midlife-Crisis oder einfach endlich einen lang gehegten Drang zu stillen?
Keine Midlife-Crisis hier. Ich mochte diese Art von Musik schon immer und habe sie auch gespielt… schaut euch Repomen und Four Headed Dog an (beides Sachen, die ich früher gemacht habe).
„Mutant Freak“ und „Pluck The Rooster“ werden auf dem Debüt richtig schmutzig und weird. Welches Riff war das dreckigste, über das ihr euch gestritten habt – behalten oder „sauber“ machen?
Ich glaube, wir haben uns nie wirklich über Riffs gestritten. Eher die Frage: Ist es killer oder nicht… meistens sind wir uns eh einig, haha.
Ihr habt das ganze Album live in drei Tagen aufgenommen, ohne Overdub-Sicherheitsnetz. Gab es total chaotische Momente – verkorkste Takes, Amp-Furzer oder sonst was – die ihr drin gelassen habt, weil sie einfach zu echt waren, um sie zu korrigieren?
Alles lief glatt wie ein Babypopo. Das Doublen der Gitarrenspuren war ein bisschen nervig, weil wir keinen Click-Track benutzt haben.
Peter, du mischst deinen eigenen Dreck bei Anker – hast du jemals Entscheidungen wie „Verdammt, hätte den Gesang lieber vergraben“ hinterfragt, oder lief alles instinktiv, ohne Reue?
Ich wollte mich beim Aufnehmen nicht ablenken lassen, also haben wir im Studio unserer Freunde‚ Ultra Electric Recordings‘ aufgenommen, statt es selbst zu machen. Das Album habe ich gemischt, und ich bereue nichts.
Die Zeile „no Dutch beers in the Belgian studio“ – ernst gemeinte Regel, um wach und böse zu bleiben, oder einfach ein Spaß mit nationalen Klischees?
Das war etwas, das wir unseren belgischen Kumpels Cedric und Alessio von UER versprochen haben. Die sind da sehr empfindlich.
Heavy Psych Sounds ist voller fuzzy psych Wanderer. Was machte diese Italiener zur richtigen Crew, um euren kompromisslosen Eindhoven-Gutter-Boogie in die Welt zu entlassen?
Ich denke, sie passen perfekt zu unserem Sleaze-Boogie, obwohl wir nicht so ‚stoner‘ sind wie die meisten ihrer Releases – trotzdem eine perfekte Kombi.
Das Album ist schon ein paar Jahre alt und bringt immer noch Underground-Heads zum Headbangen. Gab es Fan-Mails oder Reviews, die dich richtig zum Lachen gebracht haben – total getroffen oder urkomisch daneben?
Wir hatten viele großartige Reviews, aber die YouTube-Review von Metal Epidemic aus Schottland war mit Abstand die verrückteste, haha. https://youtu.be/rggmvKpvmVk
Dieses Ventil, das auf dem Cover rotglühend leuchtet – welcher Amp sah in Wirklichkeit so aus, kurz vorm Explodieren? Und hat während der Sessions irgendein Equipment den Geist aufgegeben?
Ich glaube, alle Amps liefen am Anschlag: Marshall JCM800, Vox AC30 und Orange AD200… also viele Röhren, die unseren Sound formen. Nichts ist kaputt gegangen.
Arbeitet ihr heimlich schon an einem zweiten Album mit frischen Sumpfmonstern, oder lasst ihr das Debüt erst mal für sich brüllen? Was sind eure Pläne?
Wir schreiben gerade neues Material, und ich kann euch sagen: es wird killer. Wir müssen das 2026 irgendwo aufnehmen, denn 20 = T und 26 = Z – das ist unser Jahr.
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