
FIREBREATHER – Blood That I Spill Turns to Fire (2026, Heavy Psych Sounds) (Review)

Auf Under a Blood Moon hatten Firebreather noch eine auffällige Americana-Seite, die dem schweren Sound etwas Unerwartetes gab. Davon ist auf Blood That I Spill Turns to Fire nicht mehr viel übrig. Das vierte Album der Göteborger sitzt tiefer im Sludge und Doom, die Riffs walzen sich durch die Stücke, der Bass drückt ordentlich dagegen. Eigentlich alles vertrautes Terrain für das Trio.
Nur bleibt diesmal mehr hängen als bloß die Wucht.
Mattias Nööjd lässt seine Gitarre immer wieder aus dem tief gestimmten Riffing ausbrechen. Bei „Against the Light“ wird daraus ein ausgedehntes, bluesiges Solo, während Jacob Madetoja am Bass eigene Linien verfolgt. Für einen Moment könnte man fast vergessen, wie schwer die Musik darunter ist. Nööjd spielt nicht auf Geschwindigkeit, sondern lässt die Töne stehen, bis sie anfangen zu ziehen. Ein richtig guter Moment.
Diese melodische Seite zieht sich durch das Album, ohne dass Firebreather deshalb ihre grobe Gangart aufgeben. Nööjds Stimme kratzt und brüllt nach wie vor, klingt zwischendurch aber überraschend klar. Das nimmt den Songs nichts von ihrer Schwere. Im Gegenteil, die ruhigeren Passagen haben dadurch etwas, das im dauernden Gebrüll schnell verloren ginge.
Die Riffs selbst sind selten kompliziert. Müssen sie auch nicht sein. Firebreather lassen sie arbeiten, wechseln zwischen schleppenden Passagen und einem mittleren Tempo, das ordentlich nach vorne schiebt. „The Sorrow Hides“ hat einen deutlichen Sabbath-Schimmer, und auch sonst steckt in dieser Platte mehr klassischer Heavy Rock, als das Sludge-Etikett zunächst vermuten lässt.
Der Sound ist rau, aber nicht undurchsichtig. Madetojas Bass bekommt genügend Raum, Nööjds Gitarren bleiben scharf, und die Drums halten das Ganze zusammen, ohne sich ständig in den Vordergrund zu spielen. Ein paar der längeren Zwischenstücke und Ausklänge hätte man sich allerdings sparen können. Wenn ein Riff seinen Zweck erfüllt hat, darf ein Song auch enden.
Blood That I Spill Turns to Fire ist keine Neuerfindung für Firebreather. Dafür sind die Grundzutaten zu vertraut. Aber Nööjd hat ein gutes Gespür dafür, wann aus einem schweren Riff eine Melodie werden muss. Und wenn die Gitarre wieder so klingt wie auf „Against the Light“, darf die nächste Platte gern kommen.
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