
GODZILLA IN THE KITCHEN – Exodus (2022, Argonauta Records) (Review)

GODZILLA IN THE KITCHEN aus Leipzig legen mit Exodus ihr aktuelles Album vor – auf knapp 40 Minuten Spielzeit zeigt die Band deutlich, wie sehr sie ihren Sound weiterentwickelt hat. Der Fokus verschiebt sich weg vom stärker instrumentalen Heavy Psych früherer Releases hin zu mehr Struktur und Melodie, ohne dabei an Groove oder psychedelischer Tiefe einzubüßen.
Der Sound wirkt insgesamt noch etwas schwerer. Fette Riffs treffen auf druckvolle Heavy-Metal-Passagen und verschachtelte, leicht prog-lastige Strukturen, ohne jemals in verkopftes Gefrickel abzudriften. Die Gitarrenarbeit ist technisch versiert, bleibt aber stets im Dienste des Songs. Die Rhythmusfraktion sorgt für ein stabiles Fundament und treibt die Stücke mit ordentlich Druck nach vorne.
Die Songs gehen schnell ins Ohr, haben Energie und zünden direkt – auch wenn einige Passagen erst nach mehreren Durchläufen ihr volles Potenzial entfalten. Eingängige Hooks stehen neben komplexeren Arrangements, die genügend Abwechslung bieten, ohne den Hörer zu verlieren.
Die Produktion ist klar, druckvoll und angenehm roh – sauber, aber weit entfernt von steriler Hochglanz-Ästhetik. Man hört, dass hier eine Band am Werk ist, die im Proberaum genau weiß, was sie tut und vor allem: Bock hat, diesen Sound zu spielen.
Exodus erfindet das Rad nicht neu, liefert aber eine überzeugende Mischung aus Heavy Rock, Psych, Prog und psychedelischen Elementen. Mal direkt und wuchtig, mal groovend und zurückgelehnt, dann wieder leicht entrückt – die Band versteht es, Dynamik und Atmosphäre gekonnt auszubalancieren.
Unterm Strich kein revolutionäres Werk, aber ein durchweg starkes Album, das Spaß macht und mit jedem Durchlauf wächst. Wer auf Bands steht, die Heavy, Prog und Psychedelic souverän miteinander verbinden, sollte hier definitiv ein Ohr riskieren.
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